Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Lahav Shapira (M.), mit seinen Anwälten Kristin Pietrzyk und Christoph Köhler Foto: picture alliance/dpa

In einem offenen Brief fordern sechs jüdische Organisationen von Berlins Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) eine Gesetzesinitiative, die es Betroffenen möglich macht, den Schutz vor Diskriminierung an Hochschulen einklagen zu können. Nach der abgewiesenen Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität (FU) wegen eines diskriminierenden Studienumfeldes bestehe hier »gesetzgeberischer Handlungsbedarf«, um eine »Schutzlücke« zu schließen, heißt es in dem am Sonntag in Berlin verbreiteten Schreiben.

Nur durch eine ausdrückliche gesetzliche Verankerung könne gewährleistet werden, dass der Schutz vor Diskriminierung an Berliner Hochschulen nicht deklaratorisch bleibt, sondern überprüfbar ausgestaltet wird. Czyborra wird gebeten, das Berliner Hochschulgesetz so zu ergänzen, dass jüdische und alle anderen von Diskriminierung betroffenen Hochschulmitglieder ihre Rechte künftig auch tatsächlich geltend machen können. Verfasst wurde das Schreiben vom Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz (NJH).

Lesen Sie auch

Kein individueller Rechtsanspruch

Das Berliner Verwaltungsgericht hatte die Klage von Shapira gegen die FU im März für unzulässig erklärt. Aus dem Berliner Hochschulgesetz gehe zwar eine Verpflichtung der Hochschulen hervor, Diskriminierungen vorzubeugen und zu beseitigen, ein individueller Rechtsanspruch darauf bestehe aber nicht, erklärte das Gericht. Lahav Shapira hatte beklagt, dass an der FU eine antisemitische Stimmung herrscht, aus der heraus er beleidigt und am Besuch von Einrichtungen der Hochschule gehindert worden sein soll. epd

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

 02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026

Mehrere Männer bei einer Pressekonferenz der Polizei in Frankfurt, einer spricht in ein Mikrofon

Nach Eskalation

Einsatzleiter: Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt

Der Einsatzleiter der Polizei berichtet von einer »neuen Dimension der Gewalt«: Aus dem Pro-Palästina-Spektrum heraus sei es zu »immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte« gekommen

 01.11.2026

Berlin

SPD-Prominente warnen vor Koalition mit der Berliner Linken

In einem offenen Brief sprechen sich Karl Lauterbach, Sigmar Gabriel, Franziska Giffey und Hunderte weitere Sozialdemokraten gegen Rot-Grün-Rot aus – vor allem wegen des Umgangs der Linken mit Antisemitismus

 01.11.2026