Kommt die AfD in Regierungsverantwortung, dann stehen nach Ansicht von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer christliche Feiertage auf dem Prüfstand. »Auf dem Parteitag wurde ein Antrag gestellt, man solle christliche Feiertage abschaffen und germanische einführen - Wintersonnenfest, Julfest und solche Dinge«, sagte Weimer (parteilos) im Stern-Podcast 5-Minuten-Talk. »Das ist schon ein krasser Eingriff in unser kulturelles Selbstgefühl.«
Der Antrag war auf dem Landesparteitag der AfD in Sachsen-Anhalt eingebracht worden und forderte, zwei christliche Feiertage zu streichen und stattdessen die Sommer- und die Wintersonnenwende zu gesetzlichen Feiertagen zu machen. Welche christlichen Feiertage gemeint waren, blieb offen. Der Antrag scheiterte.
Es gehe um eine fundamentale Frage in der Gesellschaft, sagte Weimer: »Da bin ich absolut vom Team Weihnachten.« Egal, wie man zum christlichen Glauben stehe: »Natürlich ist unsere Traditionslinie einer christlich-jüdischen Herkunft so tief kulturprägend für alles, was wir kennen, dass ein frontaler Kampf dagegen schon wirklich revolutionäre Intention hat - genau wie die Nazis«, sagte Weimer weiter.
Antichristlichen Reflex stärker benennen
Weimer kritisierte auch Pläne der AfD, eine patriotische Kulturpolitik einzuführen. »Alles soll geschlossen werden, vom Bauhaus bis zu kirchennahen Dingen.« Der antikirchliche Reflex der AfD müsse von der Mitte stärker benannt werden, forderte er.
Im September werden in drei neue Landesparlamente gewählt: in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.