Bericht

Zahl antisemitischer Straftaten in NRW steigt deutlich an

Sylvia Löhrmann (Grüne/Bündnis 90), Antisemitismusbeauftragte stellt in der Staatskanzlei den Jahresbericht zur aktuellen Situation im Land Nordrhein-Westfalen vor. Foto: picture alliance/dpa

Die Zahl antisemitischer Straftaten in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut der Statistik der politisch motivierten Kriminalität wurden 786 antisemitische Straftaten registriert, wie die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte, Sylvia Löhrmann, am Montag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2025 in Düsseldorf erklärte. Das entsprach einem Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bedeute durchschnittlich mehr als zwei antisemitische Straftaten pro Tag im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (Rias NRW) dokumentierte mit 1.102 antisemitischen Vorfällen einen neuen Höchststand. Das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zu 2024. Die erneut gestiegenen Zahlen »erfüllen mich mit großer Sorge«, sagte Löhrmann.

»Judenhass darf nicht zur Normalität werden.«

Hinter jeder einzelnen Zahl stehe eine konkrete Tat gegenüber einem Menschen, einer jüdischen Institution oder einer Gedenkstätte.

An den Hochschulen im Land bleibt die Lage laut der Landesbeauftragten für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur ebenfalls angespannt. Die Zentrale Beratungsstelle für Antisemitismus an Hochschulen in NRW dokumentierte für 2025 insgesamt 85 antisemitische Vorfälle (2024: 79 Fälle).

85 antisemitische Vorfälle an Hochschulen

Die frühere NRW-Schulministerin Löhrmann machte deutlich, dass Antisemitismus in unterschiedlichen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kontexten vorkomme. Er sei nicht auf ein einzelnes Milieu beschränkt. Judenhass finde sich bei Rechtsextremen sowie in linksextremen, islamistischen und religiösen Milieus. »Wer Antisemitismus nur bei den jeweils anderen verortet, trägt nicht zur Lösung bei, sondern externalisiert das Problem, schiebt es von sich oder beteiligten Gruppen weg, statt alle in die Verantwortung zu nehmen und zu halten«, betonte Löhrmann. epd

Berlin

Studentenparlament der Humboldt-Universität fordert akademischen Boykott Israels

In einem Antrag wird die Uni aufgefordert, bestehende Kooperationen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu beenden

 13.07.2026

New York

Alan Dershowitz nennt jüdische Mamdani-Wähler »Idioten«

»Mamdani sollte besser Bürgermeister von Teheran sein«, so der jüdische Jura-Professor

 13.07.2026

London

Großbritannien verstärkt Schutz jüdischer Gemeinden mit Millionenprogramm

Der scheidende Premier Keir Starmer sagt, die Maßnahme bedeute einen grundlegenden Ausbau der Polizeipräsenz, damit jüdische Gemeinden ihren Glauben ohne Angst leben und feiern könnten

 13.07.2026

Sarcelles

Terrorermittlungen nach Waffenfund in Pariser Vorstadt

Sarcelles ist bekannt für seine jüdische Gemeinde. Nun wurden dort Waffen in einem Auto entdeckt, unweit einer Synagoge

 13.07.2026

Tel Aviv

Bericht: Nova-Überlebende werden Ziel koordinierter Hasskampagne im Netz

Hinter zahlreichen Beiträgen sollen Netzwerke stehen, die Verbindungen zum iranischen Regime haben

 13.07.2026

Australien

Bericht offenbart massives Ausmaß von Judenhass im Gesundheitswesen

Eine Recherche des »Australian« zeigt ein alarmierendes Muster antisemitischer Vorfälle im australischen Gesundheitssystem auf

 13.07.2026

Nahost

USA weiten Angriffe auf Iran aus – Teheran attackiert US-Stützpunkte

Eine weitere Welle von Angriffen gegen Dutzende Ziele sei durchgeführt worden, heißt es vom Zentralkommando der US-Streitkräfte

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026

Washington

Trump widerspricht Iran: Straße von Hormus ist offen

Trotz gegenseitigen Angriffen erklärt der US-Präsident die Meerenge für offen. Die iranische Seite sieht das anders

 12.07.2026