Tourismusbranche

Trotz anhaltender Konflikte: Israel wirbt wieder verstärkt um Touristen

Israelis und Touristen bevölkern im Juli 2023 einen Strand in Tel Aviv. Foto: copyright (c) Flash90 2023

Obwohl die militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran, der Hamas und der Hisbollah die internationale Wahrnehmung Israels weiterhin prägen, bemüht sich die israelische Regierung um eine Rückkehr ausländischer Besucher. Das Tourismusministerium startet dazu eine neue Werbeoffensive in Nordamerika und setzt dabei insbesondere auf den wichtigen US-Markt. »The Jerusalem Post« berichtete.

Im Mittelpunkt der Initiative steht derzeit eine Reise von Tourismus-Generaldirektor Michael Izhakov in die Vereinigten Staaten. In New York, Los Angeles und Miami will er Gespräche mit Vertretern der Reisebranche, Fluggesellschaften, Investoren sowie jüdischen Organisationen führen. Ziel ist es, Vertrauen zurückzugewinnen und den Tourismus in Israel wieder anzukurbeln.

Nach Angaben des Ministeriums stammen mehr als 30 Prozent aller ausländischen Besucher Israels aus den USA. Damit bleiben die Vereinigten Staaten der wichtigste Herkunftsmarkt für den israelischen Tourismussektor. Die Regierung hofft nun, dass sich die Branche nach den Auswirkungen der Kriege und Sicherheitskrisen schrittweise erholen kann.

Lesen Sie auch

Ein zentraler Bestandteil der Kampagne ist eine neue Marketingstrategie für Nordamerika. Statt sich ausschließlich auf bekannte Sehenswürdigkeiten und Landschaften zu konzentrieren, soll Israel verstärkt als modernes und lebendiges Reiseziel präsentiert werden. Im Vordergrund stehen dabei Kultur, Gastronomie, Musik, das städtische Leben und persönliche Begegnungen mit den Menschen des Landes.

Anzeichen für allmähliche Erholung

Für die Werbekampagne stellt das Ministerium rund zwölf Millionen Schekel, umgerechnet etwa 3,6 Millionen Euro, bereit. Nach offizieller Darstellung soll die Initiative zugleich die Botschaft vermitteln, dass touristische Ziele in Israel weiterhin sicher sind und besucht werden können.

Die neue Kampagne wird Anfang Juni bei einer Veranstaltung in New York vorgestellt. Dort will das Ministerium führende Vertreter der amerikanischen Tourismusbranche, Unternehmer und Investoren über die aktuellen Entwicklungen informieren und für Reisen nach Israel werben.

Die Behörden sehen Anzeichen für eine allmähliche Erholung des Sektors. Als Gründe nennen sie die nach und nach erfolgende Rückkehr internationaler Fluggesellschaften sowie die Lockerung einiger Reisewarnungen. Nach Einschätzung des Ministeriums könnte das Jahr 2026 zu einem wichtigen Wendepunkt für den Tourismus werden. im

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026

Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben ein statistisches Analysewerkzeug entwickelt, das anhand von Molekülmustern erkennt, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind

 15.06.2026

Tel Aviv

Naftali Bennett: »Netanjahu kann es einfach nicht mehr«

»Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren«, sagt der Kandidat der Partei »Zusammen«

 15.06.2026

Kommentar

Die Welt atmet auf, viele Juden tun es nicht

Weder Hamas noch Hisbollah sind verschwunden. Das iranische Regime sitzt weiterhin in Teheran, mit derselben Ideologie, die den 7. Oktober verursacht hat

von Guy Katz  15.06.2026

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Palästinensische Gebiete

Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für 2027 an

Es wären die ersten seit 20 Jahren

 14.06.2026