US-Präsident Donald Trump hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aufgefordert, israelische Soldaten aus Syrien und dem Libanon abzuziehen. Die Präsenz der israelischen Streitkräfte könne die Spannungen in der Region weiter verschärfen, soll Trump laut »Axios« in einem Telefongespräch erklärt haben. Eine offizielle Bestätigung aus Washington oder Jerusalem gibt es bislang nicht.
Demnach sagte Trump zu Netanjahu: »Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren.« Ein amerikanischer Regierungsvertreter erklärte laut Bericht, der Präsident sehe die Stationierung israelischer Truppen auf syrischem Gebiet als mögliches Eskalationsrisiko.
In israelischen Sicherheitskreisen stieß der Bericht offenbar auf Verwunderung. Quellen der israelischen Streitkräfte erklärten gegenüber der »Jerusalem Post«, ihnen sei von einem solchen Telefonat nichts bekannt. Auch gebe es derzeit weder im Südlibanon noch in Syrien Hinweise auf bevorstehende Veränderungen der militärischen Lage. An den Einsatzgebieten habe sich bislang nichts geändert.
Maßnahmen gegen Hisbollah
Zeitgleich berichteten israelische Medien, Netanjahu bereite möglicherweise in den kommenden Tagen eine Reise nach Washington vor. Weder das Weiße Haus noch das Büro des Ministerpräsidenten bestätigten entsprechende Pläne.
Der Bericht fällt in eine Phase neuer diplomatischer Bemühungen zwischen Israel und dem Libanon. In Rom kamen Delegationen beider Länder erneut zu Gesprächen zusammen, die unter Vermittlung der Vereinigten Staaten stattfinden. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung eines Ende Juni in Washington vereinbarten Rahmens, der den schrittweisen Rückzug israelischer Truppen aus Teilen des Südlibanon sowie die Entwaffnung der libanesischen Terrororganisation Hisbollah vorsieht.
Nach den bisherigen Vereinbarungen soll sich Israel aus zwei Gebieten zurückziehen. Anschließend soll die libanesische Armee dort die Kontrolle übernehmen und Maßnahmen gegen die Hisbollah umsetzen.
Positive Entwicklungen
Das mutmaßliche Telefonat zwischen Trump und Netanjahu soll kurz nach einem Treffen des US-Präsidenten mit Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa am Rande des NATO-Gipfels in Ankara stattgefunden haben. Im Anschluss kündigte Trump an, die Vereinigten Staaten wollten Syrien von der Liste der Terrorunterstützerstaaten streichen.
US-Außenminister Marco Rubio begründete den Schritt mit den aus Sicht Washingtons positiven Entwicklungen unter der Regierung al-Sharaa. Die syrische Führung habe Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus erzielt. Zudem solle die Entscheidung den Weg für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit Syriens mit der internationalen Gemeinschaft ebnen. im