Nahost

Trump drängt Netanjahu zum Abzug israelischer Truppen aus Syrien und dem Libanon

Die israelisch-syrische Grenze Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

US-Präsident Donald Trump hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aufgefordert, israelische Soldaten aus Syrien und dem Libanon abzuziehen. Die Präsenz der israelischen Streitkräfte könne die Spannungen in der Region weiter verschärfen, soll Trump laut »Axios« in einem Telefongespräch erklärt haben. Eine offizielle Bestätigung aus Washington oder Jerusalem gibt es bislang nicht.

Demnach sagte Trump zu Netanjahu: »Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren.« Ein amerikanischer Regierungsvertreter erklärte laut Bericht, der Präsident sehe die Stationierung israelischer Truppen auf syrischem Gebiet als mögliches Eskalationsrisiko.

In israelischen Sicherheitskreisen stieß der Bericht offenbar auf Verwunderung. Quellen der israelischen Streitkräfte erklärten gegenüber der »Jerusalem Post«, ihnen sei von einem solchen Telefonat nichts bekannt. Auch gebe es derzeit weder im Südlibanon noch in Syrien Hinweise auf bevorstehende Veränderungen der militärischen Lage. An den Einsatzgebieten habe sich bislang nichts geändert.

Maßnahmen gegen Hisbollah

Zeitgleich berichteten israelische Medien, Netanjahu bereite möglicherweise in den kommenden Tagen eine Reise nach Washington vor. Weder das Weiße Haus noch das Büro des Ministerpräsidenten bestätigten entsprechende Pläne.

Lesen Sie auch

Der Bericht fällt in eine Phase neuer diplomatischer Bemühungen zwischen Israel und dem Libanon. In Rom kamen Delegationen beider Länder erneut zu Gesprächen zusammen, die unter Vermittlung der Vereinigten Staaten stattfinden. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung eines Ende Juni in Washington vereinbarten Rahmens, der den schrittweisen Rückzug israelischer Truppen aus Teilen des Südlibanon sowie die Entwaffnung der libanesischen Terrororganisation Hisbollah vorsieht.

Nach den bisherigen Vereinbarungen soll sich Israel aus zwei Gebieten zurückziehen. Anschließend soll die libanesische Armee dort die Kontrolle übernehmen und Maßnahmen gegen die Hisbollah umsetzen.

Positive Entwicklungen

Das mutmaßliche Telefonat zwischen Trump und Netanjahu soll kurz nach einem Treffen des US-Präsidenten mit Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa am Rande des NATO-Gipfels in Ankara stattgefunden haben. Im Anschluss kündigte Trump an, die Vereinigten Staaten wollten Syrien von der Liste der Terrorunterstützerstaaten streichen.

US-Außenminister Marco Rubio begründete den Schritt mit den aus Sicht Washingtons positiven Entwicklungen unter der Regierung al-Sharaa. Die syrische Führung habe Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus erzielt. Zudem solle die Entscheidung den Weg für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit Syriens mit der internationalen Gemeinschaft ebnen. im

Jerusalem

Katz: Israel ist bereit, Ausreise aus Gaza »auf jedem möglichen Weg« zu ermöglichen

»Es gibt letztlich keine wirkliche Lösung für Gaza ohne diese Auswanderung«, sagt der israelische Verteidigungsminister

 03.09.2026

Tel Aviv

Nur jeder sechste Israeli fährt mit Bus oder Bahn zur Arbeit, andauernde Staus als Folge

Trotz Milliardeninvestitionen in den öffentlichen Nahverkehr wird dieser weniger genutzt als erhofft

 03.09.2026

Eklat

Yair Golan und Sara Netanjahu drohen einander mit Klage

Der Streit droht, vor Gericht zu landen. Der Parteivorsitzende der Demokraten weist die »Verräter«-Vorwürfe als haltlos zurück

von Sabine Brandes  02.09.2026

Wahlen

Paukenschlag

Zum ersten Mal steht ein jüdischer Politiker auf einer arabischen Liste: Der hochrangige Ex-Polizist Yoav Segalovitz kandidiert für die Partei Ra’am

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu sagt, Sicherheitschefs hätten ihn am 7. Oktober absichtlich nicht geweckt

Neu ist vor allem die Behauptung, die Sicherheitsführung habe ihn nicht lediglich aus einer Fehleinschätzung heraus nicht informiert, sondern sich bewusst dagegen entschieden

 02.09.2026

Militär

Der »Drache« ist unterwegs

Nach Jahren deutsch-israelischer Planung und Bauzeit hat das dritte U-Boot der Dolphin-Klasse die Kieler Werft verlassen und Kurs auf Israel genommen

von Sabine Brandes  02.09.2026

Nachrichten

Schule, Gewalt, Wasser

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu vor UN-Auftritt: Israel stellt sich auf Proteste und Boykotte ein

Auch mit einer Demonstration gegen den Ministerpräsidenten, zu der New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani aufrief, muss die israelische Delegation rechnen

 02.09.2026

Gazastreifen

Shin Bet nimmt Hamas-Sicherheitschef in Gaza-Stadt fest

Muin al-Arabid, Leiter des internen Sicherheitsapparats der palästinensischen Terrororganisation Hamas, wurde bei dem Zugriff verletzt und soll in Israel vernommen werden

 02.09.2026