Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Consolidated News Photos

 Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Terror-Miliz Hisbollah im Libanon hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe verkündet. Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen.

Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Die libanesische Regierung ist keine aktive Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation. 

Trump schrieb weiter, er habe Vizepräsident JD Vance, US-Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine angewiesen, gemeinsam mit dem Libanon und Israel auf einen dauerhaften Frieden hinzuarbeiten. 

Erster Durchbruch nach erneuter Konfrontation

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen. Dabei kam es zu schweren Kämpfen im Süden und zu Angriffen im Osten sowie der Hauptstadt Beirut und deren Vororten.

Das israelische Militär rückte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den Süden des Nachbarlandes vor, um den Beschuss aus dem Libanon zu unterbinden, und lieferte sich im Grenzgebiet Bodenkämpfe mit der Hisbollah.

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Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den erneuten Kämpfen bisher knapp 2.200 Menschen getötet. Die israelische Armee sprach zuletzt von mehr als 1.700 getöteten Hisbollah-Mitgliedern seit Anfang März.

Im Libanon warten Hunderttausende darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können. Nach Regierungsangaben wurden aufgrund des jüngsten Konflikts mehr als eine Million Menschen vertrieben. In den angegriffenen Gebieten herrscht zum Teil großflächige Zerstörung. 

Kein Frieden nach erster Waffenruhe

Die Hisbollah agiert im Libanon seit langer Zeit als eine Art Staat im Staate. Sie ist einer der wichtigsten Verbündeten in Irans sogenannter »Achse des Widerstands«. Bis vor der jüngsten Eskalation stuften Beobachter die Kapazitäten der Miliz aber als deutlich geschwächt ein. 

Israel und die Hisbollah hatten bereits 2024 einen offenen Krieg gegeneinander geführt, nachdem die Terror-Miliz am 8. Oktober 2023 aus Solidarität mit der Hamas begonnen hatte, Israel mit Raketen zu beschießen. Trotz einer Waffenruhe im November 2024 blieb die Lage angespannt. Beide Seiten warfen sich fortwährend Verstöße vor.

Das israelische Militär blieb auch an mehreren Punkten im Libanon stationiert. Gemäß der damals getroffenen Waffenruhe sollte die Hisbollah entwaffnet werden. Israel warf dem libanesischen Staat bei der Aufgabe Versagen vor und wollte die Entwaffnung - nachdem Israel immer wieder von der Hisbollah angegriffen wurde - schließlich militärisch durchsetzen.

Der neue Durchbruch folgt auf direkte Gespräche in Washington, bei denen die Botschafter der verfeindeten Länder sich erstmals seit Jahrzehnten direkt zu politischen Verhandlungen trafen. Schon zuvor hieß es nach US-Angaben, dass die Gespräche zu einem »umfassenden Friedensabkommen« führen könnten. dpa/ja

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