New York

Altkanzler Scholz mit Leo-Baeck-Medaille ausgezeichnet

Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist in New York mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt worden. Das Leo-Baeck-Institut würdigte damit seine Verdienste um jüdisches Leben in Deutschland. Bei der Veranstaltung wurde Scholz mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen empfangen.

Das Institut mit Sitz in New York befasst sich mit Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums. Die Laudatio hielt der frühere US-Außenminister Antony Blinken.

Zu den Trägern der Leo-Baeck-Medaille gehören auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, seine Vorgänger Joachim Gauck und Richard von Weizsäcker sowie die Verleger Friede Springer, Axel Springer und Hubert Burda.

Im Anschluss an die Ehrung diskutierten Scholz und Blinken über die aktuelle Lage der Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Dabei ging es auch um Spannungen zwischen beiden Seiten und die Frage, ob das Bündnis belastbar bleibt. Der »Tagesspiegel« berichtete.

Transatlantische Kooperation

Scholz äußerte sich dem Bericht zufolge optimistisch. »Ich bin davon überzeugt, dass die transatlantische Zusammenarbeit es aushält, dass wir unterschiedliche Sichten haben«, sagte er.

Auch das Thema Sicherheitspolitik spielte eine zentrale Rolle. Blinken verwies darauf, dass Europa seine Verteidigungsanstrengungen deutlich verstärkt habe.

Beim ersten G7-Gipfel während der Amtszeit von Joe Biden hätten lediglich neun NATO-Staaten das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben erreicht. Am Ende der Präsidentschaft seien es bereits 23 gewesen. Scholz und Blinken werteten diese Entwicklung als Zeichen gestärkter europäischer Verantwortung.

Lesen Sie auch

Ukraine und Iran

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigte sich Scholz überzeugt, dass Moskau seine Ziele nicht erreichen werde. Dies sei vor allem der Unterstützung durch die westlichen Partner zu verdanken. Das gemeinsame Ziel mit Biden und Blinken sei stets gewesen: »Putin darf den Krieg nicht gewinnen.« Für diese Aussage erhielt der ehemalige Kanzler starken Beifall aus dem Publikum.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Konflikt mit Iran. Blinken sagte, frühere US-Regierungen hätten militärische Optionen immer wieder geprüft, sich letztlich aber wegen der absehbaren Folgen dagegen entschieden. Man könne das iranische Regime scharf kritisieren und zugleich die Frage stellen, ob ein Krieg tatsächlich die richtige Antwort sei, erklärte der frühere Außenminister.

Scholz reagierte derweil gelassen auf den verbalen Angriff von US-Präsident Donald Trump gegen seinen Amtsnachfolger Friedrich Merz reagiert. »Ich bin davon überzeugt, dass die transatlantische Zusammenarbeit es aushält, dass wir unterschiedliche Sichten haben«, sagte der SPD-Politiker in New York. Differenzen müssten nicht dazu führen, dass man schlechter zusammenarbeite.

Trump hatte Merz angegriffen, nachdem der Bundeskanzler Kritik an der US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. »Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Merz (CDU) hatte der US-Regierung etwa vorgeworfen, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. im (mit dpa)

Sydney

Benefizkonzert abgesagt: Griechischer Chor verweigert Auftritt mit jüdischem Ensemble

Sowohl der Leiter des Chors als auch jüdische Organisationen sind entsetzt

 29.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026

Washington D.C.

Trump attackiert Merz: »Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!«

Der US-Präsident ist verärgert über die Kritik des Bundeskanzlers am Iran-Krieg

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Offener Brief

Schramm warnt vor Rechtsruck in Sachsen-Anhalt

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor wachsendem Nationalismus und einem möglichen Rechtsruck in Sachsen-Anhalt. Die AfD lehnt er klar ab und bezeichnet sie als »nicht wählbar«

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

New York

Wadephul auf Werbetour bei den Vereinten Nationen

Der deutsche Außenminister führt angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine Gespräche bei der UNO. Es geht aber auch um eine für Deutschland wichtige Wahl Anfang Juni

von Jörg Blank, Anne Pollmann  28.04.2026

Toronto

Angriff vor Synagoge, Judaica-Geschäft beschädigt

Ein Gemeindemitglied wird geschlagen, ein Judaica-Geschäft beschädigt

 28.04.2026

Hamburg

Ausstellung zeigt Arbeiten an Ruine des Israelitischen Tempels

Die Finanzbehörde der Hansestadt will das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft erhalten und öffentlich zugänglich machen

 28.04.2026