Hamburg

Ausstellung zeigt Arbeiten an Ruine des Israelitischen Tempels

Außenansicht der Ruine des »Zweiten Israelitischen Tempels« in einem Hinterhof in der Hamburger Poolstraße Foto: picture alliance/dpa

Die Freie und Hansestadt Hamburg macht die laufenden Sicherungs- und Forschungsarbeiten an der Ruine des Israelitischen Tempels in der Poolstraße für Besucher sichtbar. Im Rahmen des 11. Hamburger Architektur Sommers 2026 wird auf dem Gelände eine Ausstellung eröffnet, die Einblicke in bislang verborgene Bereiche des historischen Ortes gibt.

Das Grundstück mit den Überresten des Tempels war 2020 vom zur Finanzbehörde gehörenden Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) erworben worden. Ziel ist es, das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft zu erhalten und künftig öffentlich zugänglich zu machen. Parallel dazu läuft ein Beteiligungsverfahren, in dem über die spätere Nutzung beraten wird.

Derzeit werden auf dem Areal mehrere Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die fachgerechte Räumung von Schutt im erhaltenen Apsisbau, restauratorische Untersuchungen sowie Sicherungsarbeiten. In weiteren Bereichen des Grundstücks werden versiegelte Flächen geöffnet und archäologische Sondierungen vorgenommen.

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»Offen für die Stadtgesellschaft«

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel erklärte: »Wir möchten den ehemaligen Israelitischen Tempel in der Poolstraße zu einem besonderen Ort machen – für das jüdische Leben in Hamburg gestern, heute, morgen, aber eben auch offen für die Stadtgesellschaft. Dafür erarbeiten wir in einem breiten Beteiligungsverfahren ein Nutzungskonzept. In der Zwischenzeit ist es uns wichtig, dass sich schon jetzt möglichst viele Menschen einen Eindruck verschaffen können.«

Weiter sagte Dressel: »Im Rahmen des diesjährigen Hamburger Architektur Sommers öffnen wir diesen besonderen Ort, der bisher weitgehend im Verborgenen lag. Wir wollen damit neue Zugänge schaffen, Vergangenes sichtbar machen und dazu einladen, dieses einzigartige Zeugnis jüdischen Lebens in Hamburg zu entdecken.«

Der Israelitische Tempel in der heutigen Poolstraße 12 war 1844 eingeweiht worden. Er galt als erstes Gotteshaus einer eigenständigen liberal-jüdischen Gemeinde im damaligen Deutschland. Bis 1931 fanden dort Gottesdienste statt. 1937 musste das Gebäude unter Wert verkauft werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch eine Fliegerbombe weitgehend zerstört. Die verbliebenen Baureste stehen seit Jahren unter Denkmalschutz. im

Die Ausstellung ist vom 6. Mai bis einschließlich 29. Juli 2026 jeweils mittwochs von 17 bis 19 Uhr im Innenhof der Poolstraße 11 bis 14 zu sehen. Begleitend sind weitere Führungen und Veranstaltungen geplant.

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