Die vom Iran unterstützte Hisbollah lehnt nach den Worten ihres Generalsekretärs Naim Kassim direkte Verhandlungen mit Israel weiterhin ab. Die Organisation werde weiter »defensiven Widerstand gegen Angriffe Israels leisten«, teilte Kassim heute mit. Die Miliz werde ihre Waffen auch nicht abgeben, weil diese nötig seien, um sich gegen Israel zu verteidigen.
Tatsächlich greift die Hisbollah den jüdischen Staat seit dem 8. Oktober 2023 – dem Tag nach den Massakern der Hamas – immer wieder unprovoziert mit Raketen an. Zehntausende Bewohner Nord-Israels mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Die Streitkräfte (IDF) reagieren auch während des Waffenstillstandes auf den Raketenbeschuss.
Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt nun eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump verkündet nach Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun. Die Mitte April verkündete Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei.
Die Hisbollah war nicht direkt an den Gesprächen zur Waffenruhe beteiligt, hat aber signalisiert, dass sie sich an die Feuerpause halten würde - vorausgesetzt, dass Israel die Angriffe ebenfalls aussetzt.
In den Verhandlungen kommt dem libanesischen Parlamentspräsidenten und Hisbollah-Verbündeten Nabih Berri eine zentrale Rolle zu. Dieser trieb die US-Initiative zu einer Waffenruhe entschieden voran und diente erneut als Brücke zwischen der Regierung in Beirut, der Hisbollah und Washington. Die Hisbollah hat schon zuvor direkte Verhandlungen mit Israel abgelehnt, soll aber wegen ihres großen Einflusses über den Stand der Gespräche informiert worden sein.
Israel und dem Verbündeten USA sei es nicht gelungen, die Hisbollah zu zerstören, teilte Kassim mit. Wegen des starken »Widerstands« der Hisbollah befänden sich die israelischen Truppen, die seit anderthalb Jahren auch mit Bodentruppen im Südlibanon im Einsatz sind, in einer »Sackgasse«. dpa/ja