Bundesrats-Vorstoß

Zentralrat: Aufruf zur Vernichtung Israels soll strafbar sein

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Der Aufruf zur Vernichtung des Staates Israel soll nach dem Willen des Zentralrats der Juden in Deutschland künftig strafbar sein. Bislang sei ein solcher Aufruf in Deutschland noch ohne Konsequenzen möglich, sagte ein Sprecher in Berlin. »Aber wollen wir so etwas auf unseren Straßen akzeptieren?«

Der Sprecher würdigte den jüngsten Bundesrats-Vorstoß zum Thema: Wer das Existenzrecht Israels leugnet, könnte künftig dafür bestraft werden; eine entsprechende Initiative im Bundesrat bereitet derzeit Hessen vor. »Der Vorstoß macht das Problem sichtbar«, erklärte der Sprecher des Zentralrats.

Generell müssten Strafen so hoch sein, dass sie Taten gegen jüdische Einrichtungen vorbeugten, hieß es. »Die Politik hat die Verantwortung, jüdisches Leben zu schützen.«

Unterdessen wurde berichtet, dass die Länder Berlin und Brandenburg noch keine abschließende Position festgelegt hätten. Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), die Bundesratsinitiative liege der Senatsverwaltung für Justiz vor und werde »mit der gebotenen Sorgfalt fachlich geprüft«. Eine abschließende Bewertung folge im parlamentarischen Verfahren. Der Gesetzentwurf soll am 8. Mai in den Bundesrat eingebracht werden.

 Eine Sprecherin der Landesregierung von Brandenburg sagte dem epd in Potsdam, über den Gesetzentwurf werde am 8. Mai im Plenum des Bundesrats noch nicht abgestimmt. Der Antrag werde voraussichtlich zur Beratung in die Ausschüsse der Länderkammer überwiesen. »Insoweit ist eine Positionierung der Landesregierung in der Sache zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich«, sagte die Sprecherin: »Erst wenn der Gesetzentwurf nach der Ausschussbefassung das Plenum erreicht, wird die Landesregierung ein Votum beschließen.« Dies sei das übliche Verfahren. kna/epd/ja

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Baden-Württemberg

Nutzte AfD-Politikerin ein Goebbels-Zitat als Klingelton?

Ein Goebbels-Zitat als Handyton? Nach einem Vorfall während einer Gremiensitzung in Böblingen fordern Politiker Aufklärung – und die Stadt schaltet die Staatsanwaltschaft ein

 17.06.2026

Évian

Trump will Iran bombardieren, »wenn sie sich nicht benehmen«

Die USA und der Iran haben ein Rahmenabkommen für einen Ausweg aus dem Krieg vereinbart. Der US-Präsident spricht zwei Tage vor einer wichtigen Unterschrift eine Drohung aus

 17.06.2026

Washington D.C.

USA und Palästinensische Autonomiebehörde verhandeln über Annäherung

Die Trump-Regierung arbeitet daran, Milliardenbeträge an palästinensischen Steuereinnahmen, die von Israel zurückgehalten werden, dem »Board of Peace« zugänglich zu machen

 17.06.2026

Washington D.C.

FBI vereitelte Anschlagsplan auf Käfigkampf am Weißen Haus

Die Täter wollten unter anderem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ermorden. Dabei hatte Netanjahu gar nicht an der Jubiläumsfeier teilgenommen

 17.06.2026

Berlin

Antisemitismus: Bundesverband Rias erfasst 8725 Vorfälle

Jüdinnen und Juden in Deutschland erleben seit Beginn des Gaza-Kriegs 2023 viel mehr Hass und Anfeindungen als zuvor. Das präge den Alltag, stellt das Netzwerk der Informations- und Meldestellen fest

 17.06.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Huckabee widerspricht Trump: »Ohne Israel kein Amerika«

Zwischen dem amerikanischen Präsidenten und seinem eigenen Botschafter ist ein bemerkenswerter Widerspruch sichtbar geworden

 17.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Toronto

Polizei: Organisiertes Netzwerk für Angriffe auf Synagogen verantwortlich

Offenbar werden junge Menschen über verschlüsselte Kommunikationsdienste für Gewalttaten angeworben. Jüdische Organisationen fordern Ermittlungen gegen die Auftraggeber

 17.06.2026