Ralf Fischer

Kollegah und die Killuminati

Felix Blume alias Kollegah Foto: imago/Future Image

Der deutsche Rapper Felix Blume, bekannt unter dem Künstlernamen Kollegah, inszeniert sich und die Seinen in dem neuen Musikvideo Killuminati – einer Komposition aus den Wörtern »kill« (töten) und »Illuminati« (die Erleuchteten) – als germanische Krieger, die in einem Waldstück auf römische Soldaten treffen.

In dem Clip schwingt Blume das Schwert und metzelt seine Gegner gleich seriell nieder. Die inszenatorische Anspielung auf die Varusschlacht wird untermalt mit kraftmeierischen Aussagen: »Wille aus Stahl und meine Stimme ist Platin. Heiliger Zorn in meinem Herz. Ich führ kein Heer, doch das Wort ist mein Schwert.«

Allein auf Youtube erreichte der Song innerhalb einer Woche 400.000 Aufrufe.

Es bleibt aber nicht beim nationalen Pathos. »Guck, ich will, dass ihr verrottet für paar Jahre hinterm Zellentor. Und danach für den Völkermord in Gaza in der Hölle schmort«, rappt der mit 15 Jahren zum Islam konvertierte Deutsch-Kanadier. Harvey Weinstein, Mark Zuckerberg, Jeffrey Epstein – sein Feindbild ist eindeutig und sehr jüdisch: »Komm ma’ ran, Donald Trump, du kannst mir hier viel erzähl’n, aber mach mir nicht auf Boss, du Handpuppe Israels.«

Damit auch der allerletzte Zuhörer den Schuss hört, setzt Blume noch einen drauf: »Schickst Soldaten in den Tod, machst dir die Hände dreckig, für eine verblendete, messianische Endzeitsekte.« Die Selbstinszenierung als germanischer Berserker war auf seinem jüngsten Album Kanzler bereits AfD-Politikern wie Maximilian Krah positiv aufgefallen und sorgte für reichlich Applaus aus den Rechtsaußen-Milieus.

Diesmal funkt Blume weitaus eindeutigere Signale: »Des Deutschen Freund war immer, wer von slawischem Blut ist. Es sind die andern, die zu viel woll’n vom germanischen Kuchen.« Allein auf YouTube erreichte der Song innerhalb einer Woche 400.000 Aufrufe. In Kommentaren loben die Fans Blume als »letzten Rapper, der die Wahrheit« ausspricht. Reaktionen in der deutschen Presselandschaft auf dieses vor offenem Antisemitismus triefende Machwerk sucht man jedoch vergebens – dieses Schweigen im Blätterwald ist beinahe genauso verstörend wie die finsteren Texte von Felix Blume.

Der Autor ist freier Journalist in Berlin.

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