Washington D.C.

Steht ein US-Militärschlag gegen Iran kurz bevor?

Mit der USS George H.W. Bush könnte ein dritter Flugzeugträger in den Nahen Osten verlegt werden. Dies berichten US-Medien. Foto: picture alliance / ANE / Eurokinissi

Die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff der USA auf Iran wächst erneut. Nach Angaben aus amerikanischen Regierungskreisen wäre das Militär in der Lage, bereits an diesem Wochenende Angriffe auf iranische Ziele zu starten. Präsident Donald Trump hat eine Entscheidung bislang jedoch nicht getroffen und soll weiterhin verschiedene Optionen abwägen.

In Washington wird US-Medienberichten nach hinter verschlossenen Türen intensiv beraten. Sicherheitsberater informierten den Präsidenten demnach darüber, dass Luft- und Seestreitkräfte in der Region in den vergangenen Tagen deutlich verstärkt wurden. Dazu gehören zusätzliche Kampfjets, Tankflugzeuge und Marineeinheiten, die näher an den Nahen Osten verlegt wurden.

Auch ein weiterer US-Flugzeugträgerverband könnte in Kürze in der Region eintreffen. Medien berichten, dass sogar ein dritter Flugzeugträger folgen könnte. Parallel bereitet das Pentagon offenbar Schutzmaßnahmen vor und verlegt Personal aus potenziell gefährdeten Bereichen, um auf mögliche iranische Gegenschläge vorbereitet zu sein.

Wachsende Nervosität

Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen weiter, allerdings mit begrenzten Fortschritten. Bei indirekten Gesprächen zwischen amerikanischen und iranischen Unterhändlern in Genf wurden zwar grundlegende Prinzipien diskutiert, doch zentrale Fragen bleiben offen.

Die US-Regierung betont, Diplomatie sei weiterhin die bevorzugte Option, schließt militärisches Vorgehen jedoch nicht aus. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, Trump lasse sich in erster Linie von seinem nationalen Sicherheitsteam beraten und prüfe alle Argumente für und gegen einen Angriff.

Lesen Sie auch

Die militärischen Vorbereitungen auf beiden Seiten verstärken die Sorgen vor einer Eskalation. Satellitenbilder zeigen, dass der Iran seine Nuklearanlagen mit Beton und Erdschichten verstärkt, offenbar um sie gegen mögliche Angriffe zu schützen. Experten sehen darin ein Zeichen wachsender Nervosität in Teheran.

Schwere Folgen

Mehrere politische und symbolische Termine könnten die Entscheidungsfindung beeinflussen. Diplomaten verweisen auf das Ende der Olympischen Winterspiele, den Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan und Trumps anstehende Rede zur Lage der Nation. Einige Verbündete im Nahen Osten warnen vor einem Angriff während des Ramadan und befürchten schwere regionale Folgen.

Unklar bleibt zudem, welche konkreten Ziele Trump mit einem Militärschlag verfolgen würde. In öffentlichen Äußerungen sprach er von der Verhinderung einer iranischen Atombombe sowie einen möglichen Regimewechsel, ließ aber keine klare Strategie erkennen. Beobachter sehen darin ein Risiko, da sowohl der US-Kongress als auch die amerikanische Öffentlichkeit bislang kaum auf einen großen Militäreinsatz vorbereitet wurden. Die kommenden Tage gelten als entscheidend. im

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026