Bündnis-Streit

Spanien reagiert auf Bericht über mögliche Nato-Suspendierung

Ministerpräsident Pedro Sánchez Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angesichts eines Medienberichts über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der Nato-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Pedro Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont.

»Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten«, sagte er vor Journalisten beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur »im Rahmen des internationalen Rechts« erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Terrorsponsor Iran.

Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Maßnahmen gegen »schwierige« Nato-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten. Im Falle Spaniens werde eine Aussetzung der Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis erwähnt, berichtete die spanische Zeitung »El País«. 

Luftraum gesperrt

Die Regierung in Madrid hat den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran als »illegal« kritisiert und den USA die Nutzung gemeinsamer Militärbasen im Süden des Landes für Angriffe auf den Iran untersagt und seinen Luftraum für US-Militärflugzeuge gesperrt, die an Angriffen teilnehmen. 

Lesen Sie auch

Im Falle Großbritanniens werde in der Pentagon-Nachricht erwogen, die bisher probritische Haltung der USA zum Anspruch Argentiniens auf die Falklands im Südatlantik zu überdenken. London hatte zunächst ebenfalls die Nutzung von Militärbasen im eigenen Land für Angriffe auf den Iran untersagt. 

Von der Nato gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht. Beim größten Verteidigungsbündnis der Welt gibt es grundsätzlich keinerlei Verfahren, das bei unerwünschtem Verhalten Sanktionen oder gar einen Ausschluss vorsieht. Zudem ist Spanien ein wichtiger Alliierter und es gilt als ausgeschlossen, dass europäische Partner den USA dabei helfen, das Land aus der Nato zu drängen.

Denkbar ist allerdings, dass die USA über ihre Veto- und Drohmöglichkeiten dafür sorgen, dass Spanien und andere aus US-Sicht »schwierige« Alliierte künftiger weniger Spitzenposten im Bündnis besetzen können. dpa/ja

Berlin

Israel-Kurs: Streit in der SPD eskaliert

Adis Ahmetović, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert Außenminister Wadephul, weil dieser Sanktionen gegen Israel ablehnt. Das sorgt für Ärger in der Partei

 24.04.2026

Antisemitismus im Alltag

Angefeindet wegen einer Kippa

Zwei Studenten der JSUD werden in Berlin-Mitte angefeindet – weil sie Kippa tragen. Viele Jüdinnen und Juden verstecken aus Angst ihre religiöse Identität

von Jan Feldmann  24.04.2026

Fördergeldaffäre

»Evident rechtswidrig«

Kein einziges der 13 vom Berliner Senat mit staatlichen Zuschüssen bedachten Projekte gegen Antisemitismus sei »bescheidungsreif« gewesen, so der Prüfbericht des Rechnungshofes. Die Hintergründe

von Michael Thaidigsmann  24.04.2026

London/Washington

Giuffres Vermächtnis: Epstein-Opfer warten auf Gerechtigkeit

Ihre Berichte brachten den Skandal um Epstein vor Jahren ins Rollen. Doch nach wie vor kämpfen die Opfer des Sexualstraftäters um Gerechtigkeit. Bleibt ihr Kampf am Ende vergeblich?

von Patricia Bartos  24.04.2026

Österreich

Neuer Höchststand an antisemitischen Vorfällen

Seit Beginn des Gaza-Kriegs haben die Anfeindungen stark zugenommen. Der Konflikt droht auch den ESC in Wien zu überschatten. Warum sich die jüdische Gemeinde dennoch auf den ESC freut

 24.04.2026

Berlin

Wegner entlässt Berliner Kultursenatorin Wedl-Wilson

Nach dem die Vergabe von Fördergeldern gegen Antisemitismus als rechtswidrig gerügt wurde, hat Kultursenatorin Wedl-Wilson ein Rücktrittsgesuch eingereicht

 24.04.2026

USA

18-Jährige wollte Anschlag auf Synagoge in Houston verüben

Angelina Han Hicks aus Lexington (North Carolina) befindet sich in Gewahrsam. Der Vorwurf gegen sie: Verschwörung zur Planung eines Massenangriffs auf die Gemeinde Beth Israel

 24.04.2026

Jerusalem

Katz: Israel zu neuer Offensive gegen Iran bereit

Die Armee warte auf grünes Licht aus Washington, sagt der Verteidigungsminister. Die Streitkräfte seien sowohl für Verteidigung als auch für Angriffe vorbereitet. Sämtliche Ziele seien bereits markiert

 24.04.2026

Berlin

Berlins Kultursenatorin bittet um Entlassung

Die Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus sorgt in Berlin schon länger für Wirbel. Nach harscher Kritik des Rechnungshofs zieht Berlins Kultursenatorin Wedl-Wilson Konsequenzen

 24.04.2026