Madrid

Spanien sperrt Luftraum für an Iran-Krieg beteiligte Flugzeuge

Eine B-52H Stratofortress erhält Treibstoff von einem Tanker vom Typ KC-135. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die spanische Regierung hat ihren Luftraum für alle Flüge geschlossen, die im Zusammenhang mit den Angriffen auf den Iran stehen. Damit untersagt Madrid nicht nur die Nutzung seiner Militärbasen Rota und Morón im Süden des Landes für offensive Einsätze, sondern blockiert auch Überflüge von Maschinen, die an der Operation beteiligt sind. »El País« und andere Publikationen berichteten.

Regierungschef Pedro Sánchez hatte diesen Schritt bereits im Parlament angedeutet. »Wir haben den USA die Nutzung der Basen für diesen illegalen Krieg verweigert. Alle Flugpläne mit Bezug zur Operation gegen Iran wurden abgelehnt – ausnahmslos«, erklärte er. Das betreffe ausdrücklich auch Tankflugzeuge, die für Luftbetankungen benötigt werden.

Die Entscheidung Spaniens geht über eine bloße politische Distanzierung hinaus. Nach militärischen Angaben dürfen weder Kampfflugzeuge noch Versorger, die an Angriffen beteiligt sind, den spanischen Luftraum nutzen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Notfälle, etwa wenn Maschinen aus technischen Gründen landen müssen.

Unterstützung in Europa

Gleichzeitig laufen andere militärische Aktivitäten im Rahmen bilateraler Vereinbarungen mit den USA weiter. Dazu zählt etwa die logistische Unterstützung amerikanischer Truppen in Europa. Auch strategische Bomber vom Typ B-2, die von den USA aus operieren, erhalten Unterstützung bei der Navigation – allerdings ohne spanischen Luftraum zu durchqueren.

Im Vorfeld der Angriffe hatte es intensive Gespräche zwischen Madrid und Washington gegeben. Die USA prüften dabei offenbar auch, schwere Bomber wie B-52 oder B-1 in Spanien zu stationieren. Offiziell sollte es sich um eine Abschreckungsmaßnahme handeln, nicht um direkte Angriffe.

Die spanische Regierung machte jedoch deutlich, dass sie sich nicht an einer militärischen Operation beteiligen werde, die weder durch das Völkerrecht noch durch internationale Organisationen wie die UNO, NATO oder EU gedeckt sei. In der Folge wurde der Plan verworfen, noch bevor er offiziell beantragt wurde.

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Die Haltung Madrids hatte unmittelbare operative Folgen. Tankflugzeuge, die zuvor in Spanien stationiert waren, wurden kurz vor Beginn der Angriffe nach Ramstein in Deutschland und in andere europäische Länder verlegt. Diese Maschinen sind entscheidend für die Erweiterung der Reichweiten von Bombern.

Aus militärischer Sicht erschwert die spanische Entscheidung die Einsatzplanung erheblich. Ohne Zugang zu den Basen auf der Iberischen Halbinsel müssen Bomber längere und komplexere Routen fliegen. Das betrifft sowohl die Flugstrecken als auch die Organisation von Luftbetankungen.

Teilweise müssen Maschinen Umwege in Kauf nehmen, etwa über den Atlantik oder entlang alternativer Korridore. Das erhöht nicht nur den Aufwand, sondern auch die Risiken der Einsätze.

Beteiligung an Verteidigungsmaßnahmen

Trotz der klaren Ablehnung offensiver Operationen ist Spanien laut »El País« indirekt in die Sicherheitsarchitektur eingebunden. US-Kriegsschiffe, die in Rota stationiert sind, beteiligen sich an der Raketenabwehr im Mittelmeer. Auch spanische Patriot-Systeme in der Türkei sind weiterhin im Einsatz, um Bedrohungen aus der Region zu überwachen.

Darüber hinaus hat Spanien eigene militärische Kräfte entsandt, um Partner zu schützen – darunter eine Fregatte zur Absicherung Zyperns nach Angriffen durch proiranische Kräfte.

Madrid versucht damit, eine Gratwanderung zu vollziehen: Einerseits lehnt die Regierung eine Beteiligung an den Angriffen klar ab, andererseits hält sie an ihren Verpflichtungen gegenüber NATO und EU fest. im

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