Madrid

Spanien sperrt Militärbasen für USA: Washington und Jerusalem erzürnt

Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles Foto: picture alliance / REUTERS

Die Weigerung Spaniens, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen, sorgt im In- und Ausland für Irritationen. Scharfe Kritik kam aus den USA und Israel. »Die derzeitige Regierung in Spanien entwickelt sich offenbar zum Paradebeispiel einer jämmerlich schwachen europäischen Führung, die moralisch vom Weg abgekommen ist«, schrieb der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham auf X. 

Graham reagierte damit auf die Entscheidung der linksgerichteten Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón in Andalusien für die Angriffe auf den Iran zu untersagen. Die Geschichte werde daran erinnern, wo Spanien gestanden habe, als die USA und andere versucht hätten, »das blutrünstigste Regime seit dem Zweiten Weltkrieg zu stürzen«, so der enge Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. 

Israels Außenminister Gideon Saar schrieb auf X: »Zuerst dankte die Hamas Sánchez. Dann dankten die Huthi Sánchez. Jetzt dankt der Iran Sánchez. Soll das etwa das sein, was man «auf der richtigen Seite der Geschichte stehen» nennt?«

»Deeskalation, Diplomatie und Dialog«

Die Basen im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA genutzt. Man stelle diese Stützpunkte für die aktuellen Schläge gegen den Iran »auf keinen Fall« zur Verfügung und werde das auch in Zukunft nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles.

Lesen Sie auch

»Es stimmt, dass es ein Abkommen mit den USA gibt. Aber wir sind der Auffassung, dass dieses Abkommen im Rahmen der internationalen Rechtsordnung angewendet werden muss«, betonte Robles vor Journalisten. »Derzeit führen die Streitkräfte Israels und der USA Operationen durch, die einseitig erfolgen und nicht durch eine internationale Resolution gedeckt sind.«

»Nur durch Deeskalation, Diplomatie und Dialog kann im Nahen Osten ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht werden. Krieg und Gewalt dürfen nicht als Mittel zur Konfliktlösung normalisiert werden«, schrieb der spanische Außenminister José Manuel Albares auf X. Spanien fordere die Achtung des Völkerrechts.

Tanker in Ramstein

Wegen des »Neins« aus Madrid haben die USA nach Angaben der spanischen Regierung zahlreiche in Spanien stationierte Tankflugzeuge bereits in andere Länder verlegt, darunter auf die Ramstein Air Base westlich von Kaiserslautern.

Kritik an der Position von Madrid gibt es auch innerhalb Spaniens. Es sei eine »Schande«, dass die spanische Regierung vom Iran gelobt werde, kritisierte Ester Muñoz, die Fraktionssprecherin der konservativen Volkspartei PP von Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo. Die Botschaft des Iran in der spanischen Hauptstadt hatte die Weigerung der Sánchez-Regierung begrüßt. dpa

Waffenruhe

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

Seit Tagen steht im Iran-Krieg eine Frage im Fokus: Kommt es zu neuen Verhandlungen in Pakistan? Trump gibt sich optimistisch – auch was eine mögliche Einigung angeht

 21.04.2026

Hessen

Bundesrats-Vorstoß: Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Hessen will das Leugnen des Existenzrechts Israels bundesweit unter Strafe stellen. Ein entsprechender Entwurf ist bereits vorbereitet. Er soll im Mai in der Länderkammer in Berlin eingebracht werden

von Christof Bock  21.04.2026

Luxemburg

Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist unklar, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Der deutsche Außenminister richtet nun einen Appell an Teheran

 21.04.2026

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026