Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Berend Lehmann Museum in Halberstadt in den kommenden fünf Jahren mit mehr als 800.000 Euro. Die Förderung umfasst die Jahre 2027 bis 2031, wie Kulturminister Raíner Robra (CDU) am Donnerstag in Halberstadt anlässlich der Unterzeichnung eines Finanzierungsvertrags für das Museum sagte. Damit werde die Weiterentwicklung des Museums für jüdische Geschichte und Kultur abgesichert.
Das Land werde somit 60 Prozent der Kosten des Museumsbetriebes tragen, während die Stadt Halberstadt sowie die Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt als Träger des Museums jeweils 20 Prozent übernehmen. Den Anteil der Akademie übernimmt für die Vertragslaufzeit der Privatmann Manfred Wolff. Er hatte die Akademie 1996 in Erinnerung an die Halberstädter jüdische Familie Nussbaum gegründet.
Gast aus den USA
Das Berend Lehmann Museum wurde 2001 im ehemaligen rituellen jüdischen Tauchbad (Mikwe) in der Judenstraße gegründet, um jüdische Geschichte am Beispiel der Halberstädter Jüdinnen und Juden zu vermitteln. Zuvor konnten zudem das frühere jüdische Gemeindezentrum mit dem ehemaligen jüdischen Lehrhaus (Klaus) im Rosenwinkel und das Kantorhaus in der Bakenstraße gerettet werden.
Mit den »Offenen Jüdischen Häusern« am 30. August beginne ein Jubiläumsmonat zum 25-jährigen Bestehen des Museums, hieß es. Man wolle zeigen, dass jüdische Familien in allen Stadtquartieren ganz selbstverständlich Nachbarn waren, sagte die Direktorin der Mendelssohn-Akademie, Jutta Dick. Mit Ernest Fried aus New York habe auch einer der letzten noch lebenden Halberstädter Juden sein Kommen zugesagt. epd