Sehen!

»In the Hand of Dante«

Filmszene: Oscar Isaac und Gal Gadot Foto: © 2026 ITHOD Productions Ltd.

Warum lässt uns ein Gemälde nicht los, das uns eigentlich nicht so recht gefällt? Weshalb möchten wir tief in einen Text eintauchen, obwohl er vielleicht langweilig erscheint? Aus welchem Grund hören wir diesen einen Song, auch wenn irgendetwas nicht stimmt? Es ist wohl nur die Kunst, die auf diese offensichtlichen Widersprüche eine Antwort weiß.

Kann die Kunst aber auch eine Antwort auf folgende Frage liefern: Warum in aller Welt sollte man sich In the Hand of Dante ansehen? Diesen zu langen, zu undurchsichtigen, zu gewollten, zu vollen Film, der doch so vieles zeigt, erzählt und verbirgt? Die Antwort lautet: Ja, die Bildkunst von Kameramann Roman Vasyanov und die Spielkunst von Schauspiel-Größen wie Oscar Isaac als Dante/Nick, John Malkovich, von Al Pacino und auch von Gal Gadot machen diesen wuchtig-zarten Film von Regisseur Julian Schnabel zu einem gelungenen Werk, obwohl (oder gerade weil?) die Handlung zwischen den Jahrhunderten ziemlich hin- und herspringt.

Dahinter entfaltet sich eine Erzählung von Liebe, Macht, Zeit und Geheimnis.

Und das ist die Story, wie sie Netflix anpreist, wo der Film am 24. Juni Premiere feierte: »Ein Schriftsteller hilft einem Mafiaboss, das Original von Dantes Göttlicher Komödie zu stehlen. Parallel dazu wird die Geschichte des Meisterwerks erzählt.«

Doch dahinter entfaltet sich, vielleicht ähnlich wie beim Recherchieren eines mittelalterlichen, handschriftlichen Dokuments, eine Erzählung von Liebe, Macht, Zeit und Geheimnis. Basierend auf dem Buch In the Hand of Dante (2002) von Nicholas Tosches, einer Ikone des radikal subjektiven Gonzo-Journalismus, erinnert der Film ein bisschen an Quentin Tarantino und Die Neun Pforten von Roman Polanski. In chronologisch unsortierten Schwarz-Weiß-Bildern aus der Gegenwart und Farbbildern aus dem Mittelalter erzählt er die Geschichte von Gemma/Giulietta und von Dante/Nick, deren Anfang, Ende und das Dazwischen von einer der schönsten Nick-Cave-Balladen musikalisch eingefasst wird.

Regisseur Julian Schnabel sagte in einem Interview mit dem »Variety«-Magazin einmal, dass Johnny Depp ihm das Buch von Tosches empfohlen habe. Man kann Depp dafür nur dankbar sein.

»In the Hand of Dante« von Julian Schnabel ist bei Netflix zu sehen.

Die DJ Sama’ Abdulhadi bei der Arbeit, 2025 in London

Hamburg

Techno-Festival lässt Hamas-Sympathisantin auflegen

Obwohl sie die Massaker vom 7. Oktober verteidigt hat, durfte DJ Sama’ Abdulhadi beim Habitat-Festival auflegen. Die Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez hatte zuvor ihre Ausladung gefordert

 20.07.2026

Debatte

Danger Dan und Igor Levit: So reagiert »Die Anstalt« in ihrer Sendung auf die Absage des ZDF

In seiner Jubiläumssendung geht das »DieAnstalt«-Team ausführlich auf den Streit ein

 19.07.2026

NRW

Minister sieht bei Danger Dan-Song Nähe zu Extremisten

Der Rapper Danger Dan darf einen neuen Song nicht in der Satiresendung »Die Anstalt« präsentieren. Nun meldet sich der NRW-Medienminister zu Wort, der auch im ZDF-Fernsehrat sitzt

 18.07.2026

Zahl der Woche

70 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 18.07.2026

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  18.07.2026 Aktualisiert

WM-Nachlese mit Marcel Reif

»Man muss Infantino zum Teufel jagen und die FIFA auflösen«

Der Moderator und Fußballexperte spricht im Interview über seine persönlichen Highlights und Enttäuschungen der WM, über surreale Argentinier und die Sinnhaftigkeit der Trinkpausen

von Michael Thaidigsmann  17.07.2026

Aufgegabelt

Zum Dippen: Tarator

Rezepte und Leckeres

 17.07.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 17.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Sommerfrische oder Warum die Blütezeit dieses nostalgischen Wortes vorbei ist

von Nicole Dreyfus  17.07.2026