Am Montag startete das für seine morgendlichen Stierrennen durch die Altstadt weltberühmte San-Fermín-Festes in der nordspanischen Stadt Pamplona. Wie schon im vergangenen Jahr kam es zum Auftakt zu antiisraelischen Vorfällen.
So zeigten Teilnehmer beim traditionellen Chupinazo ein riesiges Transparent mit der Aufschrift »Destroy Israel« (»Zerstört Israel«) und einem durchgestrichenen Davidstern. Das Banner stammte von der linksextremen baskischen Organisation EHKS (»Sozialistischer Rat des Baskenlandes«).
Außerdem wurden aufblasbare Wassermelonen durch die Menge geworfen. Die Melone gilt weithin als ein Symbol der Solidarität mit dem Kampf der Palästinenser gegen Israel, weil sie die Farben der palästinensischen Flagge hat.
Der Europäische Jüdische Kongress zeigte sich empört. »Aufrufe zur Zerstörung des weltweit einzigen jüdischen Staates gehen über legitime politische Meinungsäußerung weit hinaus. Eine solche Rhetorik schürt Hass, heizt Feindseligkeiten an und trägt zu einem Umfeld bei, in dem Antisemitismus zunehmend normalisiert wird«, erklärte der Dachverband auf X.
Auch die Geschäftsträgerin der israelischen Botschaft in Madrid, Dana Erlich, nahm auf X Stellung und stellte die Frage: »Was muss noch geschehen, damit die spanischen Behörden endlich handeln???«
Es handele sich nicht um Einzelfälle, sondern, so Erlich, um »eine besorgniserregende Welle des Antisemitismus hier in Spanien«.
Bereits 2025 hatten pro-palästinensische Aktivisten bei der Eröffnung des Volksfestes vom Rathausbalkon aus »Stop Genocide« und »Free Palestine« gerufen und mit dem Schlachtruf »Viva Palestina libre« (»Es lebe das freie Palästina«) den Chupinazo gezündet. Mit dem Feuerwerkskörper beginnt in Pamplona traditionell die San-Fermin-Woche. Die Menschenmenge hielt zum Zeichen der Unterstützung der Palästinenser ihre roten Halstücher in Form von Dreiecken hoch. mth