Spanien

Bericht: Jüdische Touristen von Menschenmenge verfolgt

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Freitag in der Nähe des Port Olímpic in Barcelona Foto: picture alliance / Shotshop

In Barcelona häufen sich die antisemitischen Vorfälle. Vor Kurzem erst wurde dort einem lesbischen Paar der Zutritt zu einer Sauna verwehrt, weil eine der beiden Frauen eine Kette mit Davidstern trug. Im Januar wurde der jüdische Friedhof von Montjuïc geschändet.

Am vergangenen Freitag wurden nun einer Pressemitteilung des spanischen jüdischen Gemeindebundes FCJE zufolge zwei französische Juden auf ihrem etwa 90-minütigen Fußweg von der Synagoge in der Altstadt zum Hotel Arts am Port Olímpic von mehreren Menschen verfolgt und antisemitisch angefeindet.

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Einer der Touristen war durch seine Kleidung als orthodoxer Jude erkennbar. Laut den veröffentlichten Schilderungen wurden die beiden zunächst von einer Frau verfolgt und beschimpft, die eine Kufiya trug, judenfeindliche Parolen rief und sie anspuckte. Nach und nach schlossen sich ihr Dutzende von Personen an, einige davon auf Fahrrädern, Rollern oder Motorrädern, und behinderten die beiden Franzosen beim Weitergehen.

Aus der Verfolgergruppe wurden den Schilderungen zufolge Sätze wie »Juden sind in Barcelona nicht willkommen«, »Babymörder« und »israelische Völkermörder« gerufen. Erst als die Männer in ihrem Hotel ankamen, waren sie in Sicherheit, wo Sicherheitsleute die Verfolger abgehalten haben sollen.

Schwerwiegendster Vorfall

Sollten die Berichte zutreffen, würde es sich laut FCJE um einen der schwerwiegendsten Vorfälle antisemitischer Anfeindung handeln, die in den vergangenen Jahren in Barcelona verzeichnet wurden. Die Jüdische Gemeinde von Barcelona und der FCJE sammeln derzeit noch Informationen zu dem Vorfall und fordern mögliche Zeugen auf, sich mit der Jüdischen Gemeinde in Verbindung zu setzen.

Kritik übte die FCJE an der Haltung der örtlichen Autoritäten: Die müssten angesichts der jüngsten Entwicklungen ihr »Passivität« aufzugeben. »Antisemitismus ist kein Problem der jüdischen Gemeinde. Es ist ein Problem der gesamten Demokratie«, so der Gemeindebund in seiner Stellungnahme. mth

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