Österreich

Neuer Höchststand an antisemitischen Vorfällen

Edelman, Leiter der Antisemitismus-Meldestelle, am Donnerstag in Wien Foto: picture alliance / HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

Die Zahl der registrierten antisemitischen Vorfälle in Österreich hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Im Vorjahr wurden von der Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde 1532 Fälle dokumentiert. Gegenüber 2024 betrage der Anstieg weniger als ein Prozent, doch das sei kein Grund zur Freude, sagte der Leiter der Meldestelle, Johannan Edelman: »Wir sehen hier die Verfestigung eines Krisenzustands statt eines Rückgangs.«

Die Zahlen sind seit den Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 und der darauffolgenden israelischen Militäroperation gegen den Terror im Gazastreifen stark angestiegen. »Der antisemitische Tsunami nach dem 7. Oktober 2023 hat sich in eine anhaltende Überflutung verwandelt«, sagte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.

An diese Situation könne und dürfe man sich nicht gewöhnen, betonte Deutsch. Auf den Eurovision Song Contest im Mai in Wien freue sich die jüdische Gemeinde trotz der angekündigten israelfeindlichen Demonstrationen, sagte er. Der ESC sei ein Fest der Vielfalt. »Es gibt eine kleine, aber laute und gefährliche Minderheit, die das zerstören will«, so Deutsch.

Lesen Sie auch

Unter den 1532 Fällen waren 205 Sachbeschädigungen, 27 Bedrohungen und 19 physische Angriffe. Bei dem Rest handelte es sich um mündliche und schriftliche Anfeindungen. Nicht jeder antisemitische Online-Kommentar wurde einzeln gezählt. Stattdessen wurden mehrfache Kommentare zu einem Beitrag oder Artikel zu einem Vorfall gebündelt.

Die Meldestelle ordnete 28 Prozent der Fälle dem linken politischen Spektrum zu, knapp 25 Prozent hatten einen muslimischen Hintergrund und 20 Prozent waren politisch rechts motiviert. Der Rest konnte nicht eindeutig zugeordnet werden. dpa/ja

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026