Berlin

Nach antisemitischer Beschimpfung: Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Das Kulturschiff MS Goldberg Foto: picture alliance/dpa

Nachdem ein Antisemit in Berlin Mitarbeiter und Gäste der MS Goldberg beschimpft hatte (die Jüdische Allgemeine berichtete), wurde nun bekannt, dass die Polizei wegen Volksverhetzung ermittelt.

Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz habe den Fall überkommen, sagte ein Polizeisprecher. Der Polizei liegt nach Angaben des Sprechers eine Anzeige des Kulturschiffs vor. Demnach soll es am 25. Juli, dem letzten Tag der diesjährigen Gastspiele, zu dem Vorfall gekommen sein: Dabei soll ein Mann, der ein Motorboot steuerte, Passagiere des Schiffs antisemitisch beschimpft haben.

Es existiert ein Videoausschnitt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darauf ist unter anderem zu hören, wie der Mann ruft: »Ich hoffe, dass ihr dieses Jahr das letzte Mal da wart.« Und: »Fahrt zum Gazastreifen. Guckt euch eure Morderei da an.«

Lesen Sie auch

Am Tag des Vorfalls sei eine anonyme Mail mit ähnlichem Wortlaut im Postfach der MS Goldberg eingegangen, schilderte ein Teammitglied des Kulturschiffs. Auch auf Facebook erhielt das Team Post: »Gut, dass der Wannsee wieder sauber ist«, schreibt ein Mann zur Ankündigung des Kulturschiffs über das Ende des Gastspiels. Das Profil zeigt ein Foto von einem Mann, der der Mensch auf dem Motorboot sein könnte.

Der Intendant des Kulturschiffs, Peter Sauerbaum, sagte dem »Tagesspiegel«: »Wir werden uns natürlich durch solche Angriffe nicht einschüchtern lassen.« Es gelte weiterhin, mit verschiedenen Kulturveranstaltungen auf dem Schiff Vorurteile zu überwinden und damit gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie vorzugehen. ja/dpa

Dresden/Königstein

Mutmaßliche Kämpfer des Islamischen Staates festgenommen

Zwei Männer sollen als Kämpfer für den IS aktiv gewesen sein und dafür Geld erhalten haben. Nun sitzen die beiden Iraker in Sachsen in Untersuchungshaft

 14.08.2026

Glosse

Ship happens: Anti-Israel-Aktivisten krachen in Hafenmauer

Ein Kleinschiff mit »pro-palästinensischen« Seefahrern will im Herbst die Gaza-Küste erreichen. Zwischen ihnen und dem Ziel liegen 3000 Kilometer Luftlinie – und eine wachsende Anzahl an Problemen

von Imanuel Marcus  14.08.2026

Erfurt/Berlin

BSW-Spitze fordert Voigts Rücktritt – und Ende der Koalition

Das Bündnis Sahra Wagenknecht regiert in Thüringen mit CDU und SPD – zum Missfallen der Parteizentrale. Schluss damit, verlangt ein Vorstandsbeschluss

 14.08.2026

Iran-Krieg

Vance: Kriegsziel Nummer Eins besteht darin, Öl und Gas für Amerikaner billig zu halten

Der amerikanische Vizepräsident sagt, die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe stehe an zweiter Stelle. Derweil schickt das Pentagon einen neuen Flugzeugträger in die Region

 14.08.2026

Hamburg

Volker Beck kämpft um Beteiligung als Nebenkläger

Der DIG-Präsident gehört zu den Personen, gegen die sich mutmaßliche Anschlagspläne des Iran gerichtet haben sollen. Dennoch hat das Gericht seinen Antrag auf Zulassung im Prozess zurückgewiesen

 14.08.2026

Wahl in Sachsen-Anhalt

Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung

Den Bundestag mischt die AfD regelmäßig auf. Könnte sie das auch mit dem Bundesrat tun, wenn sie in Sachsen-Anhalt den Regierungschef stellen sollte? Der Bundesratspräsident bleibt gelassen

 14.08.2026

Nahost

Angriff auf Schiffe: Lage am Golf weiter angespannt

Im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde ursprünglich eine Einigung innerhalb von 60 Tagen angestrebt. Doch eine Lösung des Konflikts scheint ungewiss. Gibt es Fortschritte?

 14.08.2026

Boston

Gericht weist Klage der US-Regierung gegen Harvard ab

Trumps Regierung kassierte bereits im vergangenen Jahr in einem rechtlichen Streit mit der Elite-Uni eine Niederlage. Nun scheitert sie erneut vor Gericht. Im Zentrum stand ein Antisemitismus-Vorwurf

 14.08.2026

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026