Kiew

Selenskyj: Haben wegen Irans Drohnen Hilfsanfrage der USA bekommen

Präsident Wolodymyr Selenskyj Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben die USA angesichts des Iran-Kriegs um Unterstützung beim Schutz gegen feindliche Shahed-Drohnen gebeten. »Wir haben eine Anfrage der USA für spezifische Unterstützung zum Schutz gegen «Shaheds» in der Nahost-Region bekommen«, bestätigte Selenskyj auf der Plattform X. 

Er habe Anweisungen gegeben, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Präsenz ukrainischer Spezialisten zu gewährleisten, schrieb der Präsident weiter. »Die Ukraine hilft Partnern, die zur Gewährleistung unserer Sicherheit und zum Schutz des Lebens unserer Bevölkerung beitragen.«

Selenskyj brachte einen Tausch ukrainischer Abfangdrohnen gegen Raketen des Flugabwehrsystems Patriot ins Spiel. Im Iran-Krieg seien in drei Tagen mehr als 800 Patriot-Raketen verschossen worden, sagte er. So viele habe die Ukraine in mehr als vier Jahren des russischen Angriffskrieges nicht zur Verfügung gehabt. Er sprach von einem zukünftigen Dialog über zusätzlich zu produzierende Mengen an Abfangdrohnen, die dann gegen Patriot-Raketen eingetauscht werden sollen. 

Lesen Sie auch

Die teure Munition für die in den US-produzierten Patriot-Systeme ist weltweit knapp. Die Ukraine fürchtet, angesichts des hohen Verbrauchs im Iran-Krieg als Empfänger der Raketen ins Hintertreffen zu geraten. Die Patriots sind aber das zuverlässigste Abwehrmittel gegen russische ballistische Raketen.

Selenskyj hatte zuletzt angesichts der vielen Angriffe mit iranischen Drohnen Staatschefs in den betroffenen Ländern der Golfregion die Hilfe von ukrainischen Experten bei der Abwehr der Flugobjekte angeboten. 

Die vergleichsweise kostengünstigen Drohnen vom Typ Shahed wurden zunächst vom Iran entwickelt. Inzwischen baut auch Russland Modelle.

Selbst das US-Militär räumte jüngst ein, die Drohnen als Vorbild zur Entwicklung eigener, fortschrittlicherer Modelle genutzt zu haben. dpa

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Hamburg/Haifa

Netanjahu bremst Milliarden-Fusion von Hapag Lloyd und Zim

Hapag-Lloyd würde die israelische Reederei gerne übernehmen. Doch der israelische Ministerpräsident hat Sicherheitsbedenken

 10.07.2026

Hamburg

Ein Jahr nach Beginn des Block-Prozesses kein Ende in Sicht

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. 63 Verhandlungstage gab es seither. Was ist noch offen?

 10.07.2026

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte USA vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen Trump

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026

Islamabad/Doha

Vermittler wollen Atomgespräche zwischen USA und Iran retten

Pakistan, Katar und andere Staaten bemühen sich laut einem amerikanischen Pressebericht, die jüngste Eskalation einzudämmen

 10.07.2026