Islamabad/Doha

Vermittler wollen Atomgespräche zwischen USA und Iran retten

Pakistans Premier Muhammad Shehbaz Sharif bei einer Kabinettssitzung in Islamabad am Dienstag Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Mehrere Staaten der Region bemühen sich nach einem Bericht des US-Portals »Axios« darum, die jüngste Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran einzudämmen und die Verhandlungen über ein neues Atomabkommen wieder in Gang zu bringen. Pakistans Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif ist ebenso beteiligt wie die Führung in Katar.

Nach Angaben von »Axios«, das sich auf Vertreter der Vermittlerstaaten sowie einen US-Regierungsvertreter beruft, stehen auch die Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien in engem diplomatischen Kontakt mit Washington und Teheran. Ziel sei es, zunächst eine weitere militärische Eskalation zu verhindern und anschließend einen Termin für neue Gespräche auf Arbeitsebene zu vereinbaren.

Die Vermittler gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass bei den bisherigen Verhandlungsrunden bereits Fortschritte erzielt worden seien. Deshalb solle verhindert werden, dass die zuletzt vereinbarte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) endgültig scheitert.

Gezieltes Untergraben

Nach Einschätzung eines regionalen Vertreters könnten die iranischen Angriffe im Bereich der Straße von Hormus von Kräften innerhalb der Islamischen Republik ausgegangen sein, die eine Einigung mit den USA verhindern wollten. Diese Gruppen versuchten demnach, das Memorandum gezielt zu untergraben.

Lesen Sie auch

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte laut einer Mitteilung auf seinem Telegram-Kanal in einem Gespräch mit Pakistans Armeechef Asim Munir, die amerikanischen Luftangriffe sowie die Rhetorik aus Washington verstießen gegen die Vereinbarung zwischen beiden Ländern.

Nachdem sich die USA und der Iran in den vergangenen Tagen gegenseitig angegriffen hatten, blieb die Lage am Donnerstag deutlich ruhiger. US-Regierungsvertreter erklärten gegenüber »Axios«, das amerikanische Militär habe an diesem Tag keine weiteren Angriffe auf Ziele im Iran durchgeführt. Einer der Beamten führte dies auf die laufenden diplomatischen Bemühungen zurück.

Schwerwiegender Verstoß

US-Präsident Donald Trump beriet am Donnerstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam über das weitere Vorgehen. Ein Vertreter der US-Regierung betonte anschließend, Washington halte grundsätzlich an einer diplomatischen Lösung fest. »Die Trump-Regierung ist weiterhin entschlossen, eine Lösung zu finden, und die Gespräche auf technischer Ebene werden fortgesetzt«, sagte der Regierungsvertreter.

Gleichzeitig machte die US-Regierung deutlich, dass sie die iranischen Angriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf als schwerwiegenden Verstoß gegen die Vereinbarung wertet.

»Präsident Trump hat seine Haltung gestern unmissverständlich klargemacht. Irans Angriffe auf diese unschuldigen Schiffe sind Terrorakte. Das Memorandum basiert auf der Erfüllung von Verpflichtungen, und Irans Handlungen stellen ein inakzeptables Versagen bei deren Erfüllung dar«, zitierte »Axios« den US-Regierungsvertreter. im

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026