Ein Jahr nach Beginn des Hamburger Prozesses um die Entführung der Block-Kinder ist noch kein Ende absehbar. Wann ein Urteil zu erwarten sei, könne man derzeit nicht seriös beantworten, sagte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage.
Klar sei, dass die seitens des Gerichts betriebene Beweisaufnahme ihrem Ende entgegensteuere. Aber was insbesondere die Verteidigung noch für nötig halte, sei für das Gericht nicht vorhersehbar. »Deswegen sind vorsorglich noch Termine bis Ende des Jahres angesetzt«, erklärte die Sprecherin weiter. 63 Verhandlungstage haben bereits stattgefunden.
Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark zu entführen.
Christina Block beteuert Unschuld
Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette »Block House« bestreitet die Vorwürfe. Die Sicherheitsfirma habe auf eigene Faust gehandelt, hatte sie vor Gericht erklärt. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte. Nur einer von ihnen, ein 36-Jähriger aus Israel, hatte die Vorwürfe eingeräumt. Ihm sei aber vorgegaukelt worden, es handele sich um eine Rettungsaktion der Kinder, die bei ihrem angeblich bösen Vater leben müssten.
Der Prozess macht nun erst einmal mehr als zwei Wochen Pause, am 27. Juli geht es weiter. Mit Spannung erwartet wird das Gutachten der forensisch-jugendpsychiatrischen Sachverständigen. Es soll klären, wie stark die Folgen der Entführung für die seelische Entwicklung der Kinder ist.
Im August sind dann noch einmal sechs Verhandlungstage für die Befragung der Hauptermittlerin der Hamburger Polizei reserviert. dpa