Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

An der Gedenkstätte von Jedwabne liegt ein Foto von Opfern des Pogroms Foto: picture alliance / NurPhoto

Polen hat des Massenmords an den Juden von Jedwabne vor 85 Jahren gedacht. Bei einem Gedenkgottesdienst in der ostpolnischen Kleinstadt sagte der Oberrabbiner des Landes, Michael Schudrich: »Wir sind hier, um zu beten. Wir sind hier, um zu trauern. Das Wichtigste ist, dass wir das gemeinsam tun.« Von staatlicher Seite nahmen die Oberhäupter der beiden Parlamentskammern, Wlodzimierz Czarzasty und Malgorzata Kidawa-Blonska, an dem Gedenken teil, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.

In Jedwabne und Umgebung ermordeten etwa 40 polnische Täter am 10. Juli 1941 etwa 340 ihrer jüdischen Nachbarn. 300 Menschen wurden bei lebendigem Leib in einer Scheune verbrannt. Historischen Forschungen zufolge wurden die Täter aufgestachelt von der deutschen Besatzung, die den Ort kurz zuvor von sowjetischen Truppen erobert hatte. Die SS dehnte die Judenverfolgung auf die eroberten Gebiete aus und bediente sich dabei örtlicher Handlanger.

Lesen Sie auch

Seit dem Jahr 2000 hat es in Polen aber auch eine Diskussion gegeben, inwieweit bei dem Massaker von Jedwabne polnischer Antisemitismus eine Rolle gespielt hat. 2001 bat der damalige polnische Präsident Aleksander Kwasniewski für das Geschehen um Vergebung. »Ich würde mich wieder für Jedwabne entschuldigen«, sagte er jetzt der Zeitung »Rzeczpospolita«. 

Kwasniewski (71) verband das mit einer Warnung vor dem Erstarken rechtsextremer Kräfte in Polen wie auch in Deutschland. »Es ist ein sehr trauriges Bild, das diese Polen abgeben, die Jedwabne oder den Holocaust leugnen«, sagte er. Abseits der Gedenkfeier demonstrierten in Jedwabne polnische Rechtsextremisten, wie PAP meldete. dpa

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026

Aberdeen

Israelfeindliche Aktivisten dringen in britisches Büro von US-Rüstungskonzern ein

Nach Angaben der Aktivistengruppe arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Elbit Systems aus Israel an mindestens einem Verteidigungsprojekt

 11.08.2026

Washington D.C.

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Der US-Präsident sagt, die Meerenge sei von Minen geräumt und werde »zu 100 Prozent« von den USA kontrolliert. Der Iran dürfte das kaum so sehen

 11.08.2026

Iran

Ist Modschtaba Chamenei noch am Leben?

Äußerungen aus dem Umfeld der Regierung von Präsident Masoud Peseschkian lassen aufhorchen

 10.08.2026