Der republikanische Abgeordnete Randy Fine hat die Vorwahl im sechsten Kongresswahlbezirk Floridas für sich entschieden. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politiker setzte sich gegen ein Feld mehrerer Bewerber durch. Besonders viel Aufmerksamkeit hatte während des Wahlkampfs der Social-Media-Influencer Dan Bilzerian auf sich gezogen, der Fine mit antisemitischen Äußerungen attackierte.
Der Wahlkreis gilt als sicher republikanisch. Fine verfügte deshalb bereits vor der Abstimmung über gute Ausgangsbedingungen. Hinzu kamen ein deutlicher Vorsprung bei den Wahlkampfspenden und die Unterstützung Trumps. Der Präsident hatte Fine bereits im Oktober 2025 als »MAGA Warrior« bezeichnet und sich für seine Kandidatur ausgesprochen.
Fine sitzt seit 2025 im Repräsentantenhaus. Er zog nach einer Sonderwahl ins Parlament ein, nachdem Mike Waltz seinen Sitz aufgegeben hatte. In Washington machte sich Fine insbesondere als entschiedener Unterstützer Israels sowie als Gegner von Antisemitismus einen Namen.
Einziger Jude
Schon vor seiner Zeit im Kongress war Fine in Florida politisch aktiv. Der heute 52-Jährige gehörte zunächst acht Jahre dem Repräsentantenhaus des Bundesstaates an und wechselte anschließend in den Senat von Florida, wo er den Vorsitz in fünf Ausschüssen übernahm. Als damals einziger jüdischer republikanischer Abgeordneter des Bundesstaates erhielt er von Kollegen den Spitznamen »Hebrew Hammer« – eine Bezeichnung, die er inzwischen selbst verwendet.
Sein prominentester Gegner in der Vorwahl war Dan Bilzerian. Der Unternehmer und Influencer wurde vor allem durch seine aufwendig inszenierte Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken bekannt. Dort präsentierte er über Jahre einen luxuriösen Lebensstil und trat häufig mit Frauen auf. Bilzerian ist Gründer von Ignite International Brands, einem Unternehmen, das unter anderem Einweg-E-Zigaretten sowie Spirituosen vertreibt.
Bilzerian ist zudem seit Jahren wegen antisemitischer Aussagen und Verschwörungstheorien über Juden umstritten. Er verbreitete unter anderem Behauptungen, Juden hätten von den Anschlägen vom 11. September gewusst oder seien für die Ermordung von John F. Kennedy verantwortlich gewesen. Außerdem behauptete er, Juden kontrollierten die Medien, und stellte die Zahl der während des Holocaust ermordeten Juden infrage.
Öffentlich verurteilt
Im Vorwahlkampf gegen Fine setzte Bilzerian seine Angriffe fort. Wenige Tage vor der Abstimmung veröffentlichte er auf X zwei Fotos mit Unterstützern und schrieb dazu etwas von einem »jüdischen Problem«, das im Wahlbezirk verstanden werde.
Noch weiter ging ein von ihm verbreitetes, mithilfe künstlicher Intelligenz produziertes Wahlkampfvideo. Der rund zweieinhalbminütige Clip richtete sich gegen Fine und bezeichnete den jüdischen Abgeordneten unter anderem als »fetten Juden«. Das Video enthielt weitere antisemitische Aussagen.
Der Vorgang löste auch im republikanischen Lager deutliche Kritik aus. Mike Johnson, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, verurteilte die Kampagne gegen Fine öffentlich.
Deutlicher Favorit
»Die widerlichen Angriffsanzeigen gegen den Abgeordneten Randy Fine im sechsten Bezirk Floridas sind ekelhaft und sollten von allen politischen Führungspersönlichkeiten auf der rechten wie auf der linken Seite verurteilt werden«, schrieb Johnson auf X. »Antisemitismus und offener Hass auf jüdische Gemeinschaften haben in unserer Politik und in Amerika keinen Platz, und wir werden ihn weiterhin überall anprangern, wo er auftritt.«
Fine gilt innerhalb der Republikanischen Partei als einer der deutlichsten Befürworter Israels und als entschiedener Gegner antisemitischer Hetze. Zu seinen politischen Schwerpunkten gehören außerdem eine strengere Einwanderungspolitik und Maßnahmen gegen Ideologien, die er als schädlich für Kinder und Jugendliche bezeichnet.
Mit seinem Sieg hat Fine die republikanische Kandidatur für die Kongresswahl im November sicher. Da sein Wahlkreis als klar republikanisch eingestuft wird, geht er als deutlicher Favorit in die nächste Runde. im