Nahost

Israel beklagt Toten nach Hisbollah-Drohnenangriff

Ein gepanzerter Truppentransporter der IDF an der israelisch-libanesischen Grenze Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Trotz einer verlängerten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon dauern die Kämpfe an. Nach israelischen Angaben wurde im Süden des Libanon ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums bei einem Drohnenangriff der Hisbollah getötet. Zudem meldete die Armee mehrere weitere Attacken der proiranischen Terrororganisation auf israelische Soldaten.

Bei dem Todesopfer handelt es sich demnach um den 44-jährigen Amer Hujirat aus Schfar’am im Norden Israels. Er arbeitete nahe Aitaroun unweit von Bint Dschubali mit schwerem Räumgerät, als eine mit Sprengstoff beladene Drohne seinen Bagger traf. Sein 19-jähriger Sohn, der für dieselbe Firma tätig war, wurde nach israelischen Angaben leicht verletzt.

Die Hisbollah reklamierte den Angriff für sich. Sie erklärte, ein israelisches Bulldozer-Fahrzeug in der Region Bint Dschubali angegriffen zu haben. Die israelische Armee sprach den Angehörigen ihr Beileid aus.

Israel sprengt Terrortunnel

Parallel dazu meldete das Militär die Zerstörung zweier großer Tunnelanlagen der Hisbollah in der Ortschaft Qantara im Süden des Libanon. Nach Angaben der Armee wurden die unterirdischen Anlagen über Jahre hinweg mit direkter iranischer Unterstützung gebaut.

Die Tunnel hätten zusammen eine Länge von rund zwei Kilometern erreicht und seien bis zu 25 Meter tief gewesen. In dem System seien zahlreiche Räume, Schächte, Waffenlager sowie Abschussstellungen entdeckt worden. Das Militär erklärte, die Anlagen hätten Teil eines Plans zur Vorbereitung eines Angriffs auf Galiläa sein sollen.

Zur Sprengung seien rund 450 Tonnen Sprengstoff eingesetzt worden. Die Detonationen seien noch in der Region deutlich zu hören gewesen.

Lesen Sie auch

Maßnahmen gegen Drohnen

Ministerpräsident Netanjahu erklärte derweil in einer Videobotschaft, er habe bereits vor zwei Wochen ein »Spezialprojekt« angeordnet, um der zunehmenden Bedrohung durch Hisbollah-Drohnen zu begegnen. »Das wird Zeit brauchen – aber wir werden uns darum kümmern«, sagte er.

In den vergangenen Tagen hatte die Hisbollah ihre Drohnenangriffe verstärkt. Bereits zuvor war ein israelischer Soldat bei einem ähnlichen Angriff getötet worden, mehrere weitere wurden verletzt.

Unterdessen wächst in Nordisrael der Unmut über die Vereinbarung mit dem Libanon. Bürgermeister und Kommunalvertreter aus Grenzorten werfen der Regierung vor, die Sicherheit der Bewohner aufs Spiel zu setzen.

»Sicherheit nicht verhandelbar«

Der Bürgermeister von Kirjat Schmona, Avichai Stern, sagte, Israels Sicherheit werde derzeit durch ein Abkommen zwischen den USA, dem Libanon und dem Iran bestimmt. »Unsere Sicherheit ist nicht verhandelbar.«

Auch andere Kommunalpolitiker kritisierten die Wiederöffnung von Schulen und den Alltag unter fortbestehender Bedrohung. Eine Bewohnerin sagte: »Es gibt eigentlich keine Waffenruhe. Hört auf, unsere Kinder als Kanonenfutter zu missbrauchen.«

Die von den USA vermittelte Feuerpause war erst vor kurzem um drei Wochen verlängert worden. US-Präsident Donald Trump hatte zugleich erklärt, Israel könne im Fall von Selbstverteidigung dier Hisbollah weiterhin angreifen. im

Bonn

Bundeszentrale für politische Bildung streicht Studienreisen nach Israel

 04.08.2026

Berlin

Nach antisemitischer Beschimpfung: Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Nach Beleidigungen gegenüber Gästen und Beschäftigten des jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg auf dem Berliner Wannsee hat die Polizei Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen

 04.08.2026

Kommentar

Politische Pünktchensammler

Ewig bewegte Palästina-Aktivisten wie Javier Bardem und israelische Politiker nutzen den Massenansturm auf Ceuta für politisch unwürdige Spielchen

von Nils Kottmann  04.08.2026

Justiz

»Israel-Kritik« mit Swastika und Davidstern? Könnte durchgehen

Für das Pfälzische Oberlandesgericht ist Schmähkritik an Israel samt Verwendung von Hakenkreuzen und Holocaustvergleichen nur dann strafbar, wenn die Gegnerschaft zur NS-Ideologie nicht offensichtlich ist. Vielen geht das Urteil zu weit

von Michael Thaidigsmann  04.08.2026

Spanien

Hakenkreuz auf Maimonides-Statue in Córdoba geschmiert

Der Bürgermeister der Stadt verurteilte den Vorfall scharf und sprach von einem Hasssymbol mit einer besonders schwerwiegenden Botschaft

 04.08.2026

Magdeburg

Dieter Hallervorden, Sven Schulze und der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Die Christdemokraten setzen bei ihrem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt auf Unterstützung des anti-israelischen Komikers Dieter Hallervorden

 04.08.2026

Berlin

Mehr als 1000 Juristen sprechen sich für AfD-Verbotsverfahren aus

Die Experten haben einen offenen Brief an die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten unterzeichnet

 04.08.2026

Potsdam

Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot

Der Journalist und Autor prägte als Gründer von »Gesicht Zeigen!« den Kampf gegen Rechtsextremismus. Nun ist seine Stimme verstummt

 04.08.2026

Dessau-Roßlau

Schulze: Ich habe eine andere Meinung zum Thema Völkermord

Auftritte des Kabarettisten Dieter Hallervorden bei CDU-Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt hatten bei den Christdemokraten teils für große Irritationen gesorgt. Der Spitzenkandidat verteidigt das Format

 04.08.2026 Aktualisiert