Teheran

Iran kappt Internet während landesweiter Proteste gegen das Regime

Auch in T%eheran kommt es zu Großdemonstrationen gegen das Mullah-Regime. Foto: picture alliance/dpa

In Iran haben sich die seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Regierung weiter ausgeweitet. In zahlreichen Städten, darunter auch in Teheran, gingen erneut große Menschenmengen auf die Straße. Zeitgleich wurde nach Angaben internationaler Beobachter der Internetzugang im gesamten Land weitgehend abgeschaltet.

Wie auch britische und amerikanische Medien berichteten, dauern die Demonstrationen inzwischen die zwölfte Nacht in Folge an. Auslöser war die schwere wirtschaftliche Krise. Inzwischen richten sich die Proteste offen gegen die politische Führung der Islamischen Republik. Die Organisation NetBlocks, die Internetstörungen weltweit überwacht, sprach von einem landesweiten Blackout. Auch staatliche Medienportale waren zeitweise nicht erreichbar.

Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA kamen bislang mindestens 34 Demonstranten sowie vier Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben. Rund 2200 Menschen sollen festgenommen worden sein. Videos zeigten große Protestzüge in verschiedenen Städten. Iranische Staatsmedien spielten die Ereignisse dagegen herunter oder bestritten teilweise, dass es überhaupt Demonstrationen gebe.

Lesen Sie auch

Der im Exil lebende Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Iran, erklärte: »Millionen Iraner haben heute Abend ihre Freiheit gefordert«. Als Reaktion darauf habe das Regime die Kommunikationswege gekappt. Er rief westliche Regierungen dazu auf, den Druck auf Teheran zu erhöhen und technische Hilfe zu leisten, damit die Bevölkerung wieder Zugang zu Kommunikationsmitteln erhalte.

US-Präsident Donald Trump warnte die iranische Führung erneut vor einem gewaltsamen Vorgehen gegen Demonstranten. Sollten Sicherheitskräfte weiterhin tödliche Gewalt anwenden, drohte er mit harten Konsequenzen gegen das Regime. Die Proteste würden aufmerksam verfolgt, erklärte Trump.

Die Unruhen begannen Ende Dezember nach dem drastischen Wertverfall der iranischen Währung, weiteten sich jedoch rasch zu landesweiten Kundgebungen gegen das politische System aus. In mehreren Regionen kam es zu Streiks, Geschäfte blieben geschlossen. Beobachter sehen in der aktuellen Protestwelle eine der ernsthaftesten Herausforderungen für die Führung in Teheran seit Jahren.

Das Regime unterdrückt nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern gilt auch als Hauptsponsor des Terrors im Nahen Osten. Die Huthi, die Hamas und die Hisbollah werden von ihm mitfinanziert. im

Nahost

USA stoppen erste Schiffe nach Beginn der Blockade gegen Iran

Betroffen sind bisher sechs Frachter und Tanker, die aus iranischen Häfen ausgelaufen waren oder sich der Straße von Hormus näherten

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

»Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen«, sagt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

 15.04.2026

Nahost

Medien: Bombenanschlag in Teheran

In der iranischen Hauptstadt ereignet sich Berichten zufolge erstmals seit Kriegsbeginn ein Anschlag. Zwei Explosionen verletzen drei Menschen

 15.04.2026

Irland

Dublins Bürgermeister entschuldigt sich nach Streit um Herzog Park

Ist die Auseinandersetzung um das nach dem früheren Präsidenten Chaim Herzog benannte Areal damit beendet?

 15.04.2026

Washington D.C.

Trump sieht Krieg mit Iran kurz vor dem Ende

Erneut wirken die Aussagen des amerikanischen Präsidenten widersprüchlich. »Wir sind noch nicht fertig«, sagt er gegenüber dem Kanal »Fox Business«

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Jom Haschoa

»Die Bedrohung ist nicht mehr abstrakt«

Israelischer Botschafter Ron Prosor fordert bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen entschlossenes Handeln und den Schutz jüdischen Lebens

 14.04.2026