Washington D.C.

Unterdrückung der Proteste: Trump droht Iran mit Konsequenzen

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit schweren Konsequenzen gedroht, sollte das Regime die anhaltenden Proteste im Land weiter gewaltsam unterdrücken. An Bord der Air Force One erklärte Trump, Washington beobachte die Lage genau.

»Wir verfolgen das sehr aufmerksam. Wenn sie anfangen, Menschen zu töten, wie sie es früher getan haben, dann werden sie von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen«, sagte Trump vor Journalisten. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind seit Beginn der landesweiten Proteste vor rund zwei Wochen mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen.

Während Trump den Druck von außen erhöht, zeichnen internationale Berichte ein Bild wachsender Nervosität an der Spitze der Islamischen Republik. Nach Informationen der britischen »Sunday Times« soll Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei einen konkreten Fluchtplan für den Fall eines Zusammenbruchs des Regimes vorbereitet haben. Demnach beabsichtigt der 86-Jährige, im Ernstfall nach Russland zu fliehen.

Einziger Zufluchtsort

Geheimdienstliche Unterlagen, auf die sich der Bericht stützt, legen nahe, dass Khamenei Teheran verlassen würde, falls Armee oder Sicherheitskräfte nicht mehr bereit sein sollten, Proteste niederzuschlagen. Vorgesehen sei eine Ausreise mit einem engen Kreis von bis zu 20 Familienmitgliedern und Vertrauten. »Der Plan B gilt Khamenei und seinem engsten Umfeld, einschließlich seines Sohnes und designierten Nachfolgers Mojtaba«, zitierte die Zeitung eine Geheimdienstquelle.

Lesen Sie auch

Der frühere israelische Geheimdienstoffizier Beni Sabti erklärte gegenüber der »Times«, Moskau sei für Khamenei der einzige realistische Zufluchtsort. »Es gibt für ihn keinen anderen Ort«, sagte Sabti und verwies auf Khameneis Bewunderung für Russlands Präsidenten Wladimir Putin sowie die kulturelle Nähe, die der iranische Machthaber zu Russland empfinde.

Das Szenario erinnert an den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, der Ende 2024 kurz vor der Einnahme von Damaskus nach Moskau geflohen war. Laut dem Bericht sollen auch führende Vertreter des iranischen Machtapparats seit Längerem Vermögenswerte, Immobilien im Ausland und Bargeld sichern, um eine schnelle Ausreise zu ermöglichen.

Zunehmend geschwächt

Die Proteste, ausgelöst durch massive wirtschaftliche Not und hohe Inflation, haben sich zuletzt auf zahlreiche Städte ausgeweitet, darunter auch das religiöse Zentrum Ghom. Demonstranten werfen Sicherheitskräften vor, mit scharfer Munition, Tränengas und Wasserwerfern gegen die Kundgebungen vorzugehen. Khamenei untersteht als oberster Führer die Kontrolle über Polizei, Militär und die Revolutionsgarden.

Ein westliches Geheimdienstprofil, das von der »Times« ausgewertet wurde, beschreibt Khamenei als zunehmend geschwächt – körperlich wie mental – insbesondere nach dem zwölftägigen Krieg mit Israel im vergangenen Jahr. Während der aktuellen Proteste trat er kaum öffentlich in Erscheinung. Der Bericht bezeichnet ihn als misstrauisch und von einem starken Überlebensinstinkt geprägt. im

Medien

Nach Anti-Israel-Verschwörungstheorie: WDR nimmt Georg Restle in Schutz

Die Causa des WDR-Journalisten Georg Restle, der einen Link mit einem Verschwörungsnarrativ über Israels Zutun zur Migrantenkrise in Ceuta verbreitet hat, geht weiter. Der Redakteur räumt einen Fehler ein. Die ARD verteidigt ihn

 09.08.2026 Aktualisiert

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026