Iran

Proteste im Iran nehmen zu - Hinrichtungen auch

Geschlossene Geschäfte in Teheran während der Sonntag ausgebrochenen Proteste Foto: picture alliance / via REUTERS

In den sozialen Medien verbreitet sich das Video eines Demonstranten, der sich in Teheran der Polizei widersetzt, rasend schnell.

Auf einer der in den vergangenen Tagen in Teheran ausgebrochenen Demonstrationen, auf denen die Bevölkerung dem von Israelhass getriebenem Mullah-Regime vorwirft, die eigene Bevölkerung vergessen zu haben, ist ein Mann zu sehen, der allein auf der Straße sitzt, während ihm ein Pulk von rund 20 schwarz gekleideten Regierungspolizisten auf Motorrädern gegenübersteht. Am Rande der Aufnahmen sind Hunderte Menschen zu sehen, die vor Tränengaspatronen fliehen, die die Polizisten in die Menge schießen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Bild erinnert Social-Media-Benutzer immer wieder an das eines Mannes, der sich am 5. Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) in Peking einer Panzerkolonne entgegenstellte, nachdem dort am Vortag Demonstrationen für mehr Freiheit blutig niedergeschlagen worden waren. Irans »Tiananmen-Moment« wird das neue Video unter anderem genannt.

Wirtschaftliche Notlage

Bei den im Land ausgebrochenen Protesten gehen unter anderem Ladenbesitzer und Studenten seit Sonntag gegen die sich zusehends verschärfende wirtschaftliche Notlage im Land auf die Straße. Gerade hat die Inflation besonders heftig angezogen. Die Lebensbedingungen haben sich für Irans Zivilbevölkerung seit den Raketenangriffen des Iran auf Israel im April und im Oktober 2024 sowie den daraus resultierenden Angriffen der USA auf die Atomanlagen der Mullahs im Juni 2025 noch verschärft.

Lesen Sie auch

Die Demonstrierenden fordern neben einer Verbesserung ihrer Lebenslage einen tiefgreifenden politischen Wandel hin zu einem säkularen System und das Ende der islamischen Herrschaft. Ihr Ziel: ein moderner Iran – frei von religiösen Vorschriften und staatlicher Repression, in Frieden mit der Welt, einschließlich des langjährigen Erzfeindes Israel.

Die Nachrichtenagentur AFP hat die Echtheit des iranischen Videos bestätigt, das am Dienstag um 13:30 Uhr GMT, dem zweiten Tag der Proteste, veröffentlicht worden sei. Die Aufnahmen zeigten die Jomhouri-Straße im Zentrum von Teheran.

Unterstützung vom Mossad

Während die iranische Justiz ein hartes Durchgreifen angekündigt hat und bereits mehrere Festnahmen vermeldet wurden, ermutigt der israelische Auslandsgeheimdienst die Bevölkerung weiter zu kämpfen. Der Mossad werde »vor Ort« unterstützen, heißt es in einem Post auf X.

»Geht zusammen raus auf die Straße. Die Zeit ist gekommen. Wir sind mit euch«, heißt es in der Botschaft auf Farsi, wie das israelische Armeeradio berichtete. »Nicht nur aus der Entfernung oder mit Worten. Wir sind auch mit euch vor Ort.«

Die Proteste gehen auch am Donnerstag weiter und verbreiten sich zunehmend im Land. Wie internationale Medien melden, haben Demonstranten in der südlichen Provinz Fars versucht, in ein Gebäude der lokalen Regierung einzudringen. Staatliche Medien hätten berichtet, dass der Versuch von der Regierungspolizei niedergeschlagen wurde . Eine 28-jährige Frau habe die Demonstranten angeführt. Es sei zu mehreren Verhaftungen gekommen.

Mehr Hinrichtungen

Derweil berichtet eine norwegische Menschenrechtsorganisation, dass der Iran im vergangenen Jahr mindestens 1500 Menschen hingerichtet hat. Das extremer Anstieg der Anwendung der Todesstrafe.

»Es ist in den vergangenen 35 Jahren beispiellos. Solange es Iran Human Rights gibt, hatten wir nie solche Zahlen«, zitiert die »Times of Israel« den NGO-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam. ja mit dpa

Polen

Rechtsradikaler Politiker schockiert mit israelischer Hakenkreuzfahne

Am Holocaustgedenktag warf Konrad Berkowicz Israel im Sejm vor, das neue Dritte Reich zu sein

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Nordmazedonien

Brandanschlag auf Synagoge in Skopje

Zwei bislang unbekannte Täter verschafften sich Zugang zum Eingangsbereich des Gotteshauses und versuchten, ihn in Brand zu setzen

von Nicole Dreyfus  14.04.2026 Aktualisiert

Meinung

Israel, Ungarn und die Abwahl Viktor Orbáns

Mit dem langjährigen Ministerpräsidenten hatte der jüdische Staat einen Verbündeten in der EU. Dennoch könnte dessen Abwahl eine Chance sein, das ungarisch-israelische Verhältnis auf eine nachhaltigere Grundlage zu stellen

von Domokos Szabó  14.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Nachruf

Ein Leben, das amtlich nicht vorgesehen war

Mit Robert Kreutner ist einer der letzten Menschen, der 1938 vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger gerettet wurde, gestorben

von Stefan Keller  13.04.2026

Budapest

Nach Wahlsieg: Magyar äußert sich erstmals zu Israel

Ungarns designierter Ministerpräsident will künftig wieder mit dem Internationalen Strafgerichtshof kooperieren. Auch zu möglichen EU-Sanktionen gegen Israel bezog Péter Magyar Stellung

 13.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  12.04.2026 Aktualisiert

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026