In der Schlussphase einer demokratischen Stichwahl im südlichen Texas steht die Kandidatin Maureen Galindo wegen umstrittener Aussagen zunehmend im Zentrum einer politischen Kontroverse. Im Wahlkreis TX-35 treffen sie und der stellvertretende Sheriff Johnny Garcia aufeinander – ein Rennen, das ohnehin als eng gilt, nun aber zusätzlich durch Vorwürfe gegen Galindos Rhetorik geprägt ist.
Galindo hatte die erste Runde der Vorwahl im März mit rund 29 Prozent der Stimmen gewonnen, Garcia kam auf knapp 27 Prozent. In den vergangenen Tagen verlagerte sich der Fokus des Wahlkampfs jedoch deutlich weg von klassischen Themen hin zu einer Debatte über ihre Aussagen zu Israel, Zionismus und politischem Einfluss.
Im Mittelpunkt steht ein Interview bei Texas Public Radio, in dem Galindo behauptete, »israelische Zionisten« würden Einfluss auf lokale und regionale Politik in Texas nehmen. Außerdem sagte sie, die US-Einwanderungsbehörde ICE trainiere gemeinsam mit der israelischen Armee.
»Rhetorisch problematisch«
Ihre Sicht auf das Verhältnis zwischen den USA und Israel beschrieb sie mit den Worten: »Das ist eine israelische Besetzung Amerikas. Das klingt verrückt, aber für viele ist es das nicht – für Menschen, die es leid sind, dass die Mainstream-Medien solche Dinge nicht berichten.«
Politikwissenschaftler Jon Taylor von der University of Texas in San Antonio ordnete diese Aussagen als »rhetorisch problematisch« ein und sah Parallelen zu extremistischen Denkmustern. Zwar gebe es inhaltlich eine Debatte über US-Israel-Politik, die Tonlage gehe jedoch darüber hinaus. Auch Judenhass wird ihr Vorgeworfen.
Galindo selbst weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück. Sie sagte: »Tatsächlich war meine letzte ernsthafte Beziehung mit einem jüdischen Mann. Ich bin gegen zionistische Juden.«
»Gefängnis für Zionisten«
Zusätzliche Kritik entzündete sich an einem Social-Media-Beitrag ihrer Kampagne, in dem sie ankündigte, eine Haftanstalt für Migranten im Karnes County künftig in ein »Gefängnis für amerikanische Zionisten« umzuwandeln.
Unterstützung erhält Galindo gleichzeitig von einem neu gegründeten politischen Aktionskomitee, das sie in Werbekampagnen als progressive Gegenkandidatin zu ICE und Donald Trump darstellt. Die Herkunft der Finanzierung dieses PACs ist bislang unklar und sorgt auch innerhalb der Demokratischen Partei für Diskussionen.
Galindo selbst betont, keinen Kontakt zu dieser Gruppe zu haben und bestreitet, dass deren Unterstützung politisch gesteuert sei.
Der Sieger der Stichwahl tritt anschließend gegen den republikanischen Kandidaten im neu zugeschnittenen Wahlkreis an. Durch eine umfassende Neuziehung der Grenzen gilt der Bezirk inzwischen als deutlich umkämpfter als in früheren Wahlzyklen und könnte für beide Parteien strategisch wichtig werden. im