Genf

Friedensaktivist aus Gaza: Wer nicht Hamas-Mitglied ist, arbeitet nicht bei der UNRWA

Rami Aman Foto: UN Watch (Screenshot)

Der palästinensische Friedensaktivist Rami Aman, der früher von der Hamas in Gaza inhaftiert wurde, hat in einem Interview Einblicke in die Kontrolle der Terrororganisation über Gaza und die UNRWA gegeben. Das Interview wurde von der NGO UN Watch in Genf durchgeführt und veröffentlicht.

Aman berichtet, die Hamas dominiere nicht nur die Medien in Gaza, sondern beeinflusse auch das Flüchtlingshilfswerk UNRWA stark. »Die Hamas begann ab 2009, das Syndikat der UNRWA-Mitarbeiter zu kontrollieren. Wenn du nicht Hamas-Mitglied bist, wirst du dort nicht arbeiten«, so Aman.

Ihm zufolge werden Führungspositionen und viele Arbeitsplätze innerhalb der UNO-Unterorganisation an Hamas-nahe Personen vergeben, während die Mehrheit der Bevölkerung ausgeschlossen bleibt.

Proteste unterdrückt

Der Aktivist beschreibt zudem den Missbrauch humanitärer Hilfe: »Die humanitäre Hilfe, die mit ›nicht zu verkaufen‹ gekennzeichnet ist, wird auf Märkten und in Einkaufszentren in Gaza verkauft. Wer hat das gestartet? Die UNRWA und die Hamas zusammen.« Dabei hätten auch ausländische Angestellte die Vorgänge beobachtet, ohne einzugreifen.

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Aman kritisiert die Rolle der lokalen Medien scharf: »Hamas kontrolliert die Medien in Gaza. Sie erlauben keinen Protest für Frieden, aber jede Demonstration in Israel wird medial aufgegriffen.« Er schildert, wie Demonstrationen gegen Hamas, etwa wegen Stromausfällen oder Arbeitslosigkeit, unterdrückt werden. »Wir wurden beschossen und kein Medium berichtete darüber.«

Das Interview beleuchtet auch Amans persönliche Erfahrungen mit Repression. 2020 wurde er von der Hamas verhaftet, nachdem die Journalistin und frühere Amnesty International-Beraterin Hind Khoudary öffentlich seine Festnahme gefordert hatte – wegen seiner Friedensinitiativen mit Israelis. In deren Rahmen hatte er Online-Gespräche zwischen Palästinensern und Israelis organisiert. UN Watch baute später eine Koalition aus mehreren NGOs auf, die seine Entlassung aus dem Hamas-Gefängnis forderte.

Konstruktiver Friedensprozess

»Wie kann es sein, dass Amnesty meinen Arrest fordert?«, erklärt Rami Aman. »Wie kann eine Journalistin die Sicherheitskräfte auffordern, mich zu verhaften?« Die palästinensische Menschenrechtsorganisation PCHR habe ihn während der gesamten Haft unterstützt, während größere internationale NGOs weitgehend weggesehen hätten.

UN Watch lobt Aman in einer Stellungnahme als »wirklich mutigen Friedensaktivisten, der für eine Zukunft kämpft, in der Gaza von der Terrorherrschaft der Hamas befreit ist.« Er setze sich für einen konstruktiven Friedensprozess ein. Zehn Jahre habe er die Proteste gegen die Hamas in Gaza angeführt. Der katarische Al Jazeera habe nie darüber berichtet, da auch er von der Hamas kontrolliert werde.

Die Enthüllungen Amans decken sich mit früheren Angaben Israels über die UNRWA, die aufgrund ihrer Verflechtung mit dem palästinensischen Terror mit einem Tätigkeitsverbot in Israel belegt wurde. Viele UNRWA-Mitarbeiter, darunter auch Lehrer aus den 380 von der Organisationen betriebenen Schulen in Gaza und dem Westjordanland, feierten den Terror, wie UN Watch belegte. Laut Israel waren einige UNRWA-Angehörige sogar direkt an den Massakern und Geiselnahmen vom 7. Oktober 2023 beteiligt.

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