Ramallah

Externe Prüfung geht von Ende der palästinensischen Terror-Renten aus

Palästinenser in Ramallah: Ihr Sozialleistungen werden nun angeblich auf Grundlage der wirtschaftlichen Bedürftigkeit der Antragsteller ausgezahlt. Foto: picture alliance / Anadolu

Eine unabhängige Überprüfung des palästinensischen Sozialleistungssystems hat nach vorläufigen Erkenntnissen keine Hinweise darauf gefunden, dass Zahlungen weiterhin an die Dauer von Haftstrafen sogenannter »Märtyrer« gekoppelt sind, die Terroranschläge gegen Israelis verübten. Das berichtete die Publikation »Times of Israel« unter Berufung auf zwei westliche Diplomaten.

Demnach kommt die internationale Beratungsgesellschaft Alvarez & Marsal (A&M) in ersten Bewertungen zu dem Schluss, dass die von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) angekündigte Reform des Unterstützungssystems grundsätzlich umgesetzt wird. Leistungen würden nun auf Grundlage der wirtschaftlichen Bedürftigkeit der Antragsteller gewährt und nicht mehr danach, ob Familienangehörige in israelischen Gefängnissen säßen oder im Kampf gegen Israel ums Leben gekommen seien.

Die Untersuchung, die von der PA beauftragt wurde, läuft seit Monaten und soll Ende Juni abgeschlossen werden. Nach Angaben der Diplomaten hat A&M der PA bereits mehrere Zwischenberichte vorgelegt. Die jüngsten Ergebnisse deuteten darauf hin, dass das neue System die finanzielle Situation der Antragsteller als entscheidendes Kriterium heranzieht.

Lesen Sie auch

»Wir werden das endgültige Gutachten abwarten, aber die ersten Ergebnisse sind ermutigend«, sagte einer der Diplomaten gegenüber »Times of Israel«. Er betonte zugleich: »Und es hat mehr Gewicht, wenn dies von einer unabhängigen Firma kommt und nicht von israelischen oder palästinensischen Beamten.«

Die Reform war im Februar 2025 von PA-Präsident Mahmud Abbas angekündigt worden. Allerdings erklärte er noch Mitte Mai, er wolle von Israel zurückgehaltene Gelder für Zahlungen an »Märtyrer« verwenden. Zuvor hatte Washington über Jahre hinweg Druck auf Ramallah ausgeübt, das umstrittene Unterstützungssystem zu verändern. Kritiker bezeichneten die frühere Praxis als »Pay-to-Slay«-, beziehungsweise »Terror-Renten«-Modell.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump begrüßte die Reform zunächst. Später kamen jedoch Zweifel auf, ob die Änderungen tatsächlich umgesetzt worden waren. Ende April teilte das US-Außenministerium dem Kongress mit, die PA habe die entsprechenden Zahlungen entgegen ihren Ankündigungen nicht eingestellt.

Nach Angaben der »Times of Israel« stützte sich der amerikanische Bericht weitgehend auf Informationen der israelischen Regierung und von Nichtregierungsorganisationen, die der PA kritisch gegenüberstehen. im

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

So geht es im Streit um Vanessa Emde weiter

Die Linke tut sich schwer, einen Umgang mit der israelfeindlichen Abgeordneten zu finden, die sich über Fraktionsentschlüsse hinwegsetzt. »Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit«, heißt es aus der Partei

 28.10.2026

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026