Sydney

Bondi-Attentäter erstmals vor Gericht

Am Bondi Beach sind kurz nach dem Anschlag im Dezember Retter und Überlebende zu sehen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der mutmaßliche Schütze des Anschlags im australischen Bondi Beach, Naveed Akram, ist erstmals vor einem Gericht in Sydney aufgetreten. Der 24-Jährige wurde per Video zugeschaltet, während eine Richterin bestehende Geheimhaltungsanordnungen verlängerte. Es ist der erste öffentliche Auftritt des Verdächtigen seit seiner Festnahme.

Akram ist wegen 59 Straftaten angeklagt, darunter 15-facher Mord sowie die Durchführung eines Terroranschlags. Bei dem Angriff im Dezember waren 15 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Die Tat ereignete sich während einer Chanukka-Feier in einem Park nahe dem Strand. Akrams Vater Sajid Akram kam ums Leben, nachdem er von der Polizei erschossen worden war.

Während der Anhörung trug der Angeklagte Gefängniskleidung und äußerte sich nur knapp, als er von der Richterin gefragt wurde, ob er die Diskussion über die Verlängerung der Sperrverfügungen verfolgt habe. Seine Antwort lautete: »Ja«. Die gerichtlichen Anordnungen schützen die Identität zahlreicher Überlebender, erlauben ihnen aber, sich selbst öffentlich zu äußern.

Lesen Sie auch

Der Verteidiger des Beschuldigten, Ben Archbold, erklärte vor Journalisten, es sei noch zu früh, um zu sagen, wie sein Mandant sich vor Gericht positionieren werde. Er habe die Beweismittel der Staatsanwaltschaft noch nicht vollständig erhalten. Akram sitze derzeit im Hochsicherheitsgefängnis von Goulburn, wo die Bedingungen »sehr belastend« seien. Zu seinem Mandanten sagte Archbold: »Er ist ein Mandant, der vertreten werden muss, und wir lassen unsere persönlichen Ansichten nicht in unsere beruflichen Verpflichtungen einfließen.«

Bereits veröffentlichte Ermittlungsunterlagen werfen Akram und seinem Vater vor, zuvor Schusswaffentraining absolviert und Videos mit extremistischer Symbolik aufgenommen zu haben. In einem der Clips sollen beide ihre Motive erläutert und die Tat propagandistisch begründet haben. Zudem sollen sie vor dem Angriff improvisierte Sprengsätze in die Menge geworfen haben, die jedoch nicht explodierten.

Das Verfahren soll im April fortgesetzt werden. im

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Kanada

Zwei Tote bei Anschlag im jüdischem Viertel von Montreal

Bei einem der Opfer soll es sich laut Medienberichten um Michael Moshe Mizrahi handeln, ein Mitglied der örtlichen jüdischen Gemeinde

 22.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Wenn niemand sonst zu Israel steht

Unser Autor ist Schüler auf einem Gymnasium nahe Köln. Mit Entsetzen musste er feststellen, dass Antisemitismus und Israelhass in seiner Klasse weit verbreitet sind. Nun fragt er sich: Wie kann das sein?

von Jan Tersteegen  22.06.2026

Verhandlungen

USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl

Nach »produktiven« Gesprächen mit dem Iran setzen die USA Teile ihrer Sanktionen gegen den Iran vorübergehend aus. Die Maßnahme könnte dem Iran Milliarden einbringen und die Energiemärkte beruhigen

 22.06.2026

Trauer

Orakel und Maestro

Über 18 Jahre lang herrschte Alan Greenspan als Zentralbankchef über die Zinspolitik der weltgrößten Wirtschaftsmacht. Mit 100 Jahren ist er nun gestorben

von Anna Ringle, Thomas Kaufner  22.06.2026

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026