Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Foto: privat

Nach dem Eklat am Flensburger Amtsgericht um eine verbotene Davidstern-Kette fordert das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender (NJH) von Behörden einen verstärkten Schutz jüdischer Identität. Wenn öffentliche Einrichtungen jüdischen Menschen signalisierten, ihre religiösen Symbole seien unerwünscht, sende dies ein fatales gesellschaftliches Signal, teilte der Verein am Montag mit. Sichtbares jüdisches Leben dürfe niemals als Störfaktor behandelt werden.

Das Amtsgericht Flensburg hatte am 1. Juni einen Ladenbesitzer zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldbuße verurteilt. Er hatte im September 2025 ein Schild mit der Aufschrift »Juden haben hier Hausverbot« in sein Schaufenster gehängt. Während des Prozesses wurde einer jüdischen Zuschauerin der Zutritt zum Gerichtssaal nur gestattet, nachdem sie ihre Davidsternkette abgelegt hatte.

Klarstellung und Aufarbeitung

Zuvor hatte eine gerichtliche Verfügung das Vorzeigen von Plakaten, Bannern, bedruckter Bekleidung und ähnlichen Gegenständen untersagt, die die Sicherheit der Verhandlung beeinträchtigen könnten. Das Gericht hatte den Vorfall inzwischen bedauert. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, religiöse Symbole wie einen Davidstern mit der Verfügung zu erfassen.

Neben einer transparenten Aufarbeitung des Falls fordert das NJH eine Klarstellung des Kieler Justizministeriums, dass jüdische Symbole von Zuschauerinnen und Zuschauern nicht unter Verbote politischer Symbole fallen. Justizpersonal müsse entsprechend geschult werden, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden. Die Justizministerkonferenz solle entsprechende einheitliche Standards entwickeln.

Das NJH wurde 2023 gegründet und besteht eigenen Angaben zufolge aus fast 200 Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. epd

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