Düsseldorf

Antisemitismus an Hochschulen: Forscher fordert mehr Aufklärung

Nach einer Besetzung eines Teils der Berliner Humboldt-Universität durch israelfeindliche Aktivisten ist das dortige Treppenhaus mit Pro-Terror-Parolen beschmiert. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der Leiter der Zentralen Stelle für Beratung und Monitoring von antisemitischen Vorfällen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, Andreas Stahl, hat mehr Aufklärung an den Hochschulen gefordert. Dazu gehörten etwa mehr Seminare über die Geschichte des Nahost-Konfliktes, sagte er der Düsseldorfer »Rheinischen Post«.

Außerdem brauche es an den Hochschulen die Haltung, »dass es Antisemitismus ist, Israel abschaffen zu wollen, auch wenn es in Andeutungen, in einem unabhängigen Asta oder in akademischen Debatten geäußert wird«. Offiziell werde das zwar anerkannt, habe in der Praxis aber wenig Auswirkungen, kritisierte er.

Lesen Sie auch

»Leider existiert auch in der Fachwelt die Meinung, dieser israelbezogene Antisemitismus würde überbetont«, erläuterte Stahl. »Das erlaubt es den Hochschulen, Probleme zu relativieren oder antisemitische Vorfälle erst gar nicht zu thematisieren.« Es sollte zudem auch für Studierendenvertretungen gelten, dass keine finanziellen Mittel an Organisationen oder Initiativen vergeben werden dürften, die antisemitische Inhalte verbreiteten oder förderten, sagte er der Zeitung.

Antisemitische Akteure arbeiteten an Hochschulen daran, Thesen im laufenden akademischen Betrieb etwa über Vorträge, Kolloquien und Symposien sowie entsprechende Gastreferenten zu verbreiten, betonte der Leiter der im Jahr 2024 an der Universität Münster eingerichteten Stelle. Dabei spielten Palästina-Solidaritätsgruppen, linke Gruppierungen und islamistische Gruppen eine Rolle. »Gleichzeitig werden israelische Wissenschaftler bedrängt, und es wird versucht, sie zu boykottieren«, erklärte Stahl. epd

Islamismus

»Gesetze im Sinne der Scharia verändern«

Der Investigativjournalist Sascha Adamek über Unterwanderung, Terrorismus und den Verfassungsschutz

von Ninve Ermagan  25.08.2026

Exklusiv-Interview

Götz Aly: »Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

Parteien

Umfrage: So denken die Deutschen über die AfD

Brandmauer? Parteiverbot? Das Insa-Institut hat nachgefragt

 25.08.2026

Washington D.C./Teheran

Iran soll Kopfgeld auf Barron Trump ausgesetzt haben

Unter dem Titel »Wo kann man Barron Trump töten?« widmete das iranische Staatsfernsehen dem 20-Jährigen einen dreiminütigen Beitrag

 25.08.2026

Frankreich

Raphaël Glucksmann will Präsident werden – und spaltet die Linke

Der jüdische Europaabgeordnete stammt aus einer politisch und intellektuell geprägten Familie

 25.08.2026

Norwegen

Wandbild in Oslo ehrt palästinensische Terroristin

Ein überdimensionales Wandbild im Zentrum der norwegischen Hauptstadt zeigt unter anderen die frühere PFLP-Terroristin Leila Khaled, die von der verantwortlichen Gruppe als »Widerstandskämpferin« bezeichnet wird

 25.08.2026 Aktualisiert

Washington D.C./Teheran

USA wollen Teheran mit neuen Sanktionen in die Knie zwingen

Washington beabsichtigt, Irans Einnahmequellen trockenzulegen, um die Führung in Teheran zum Einlenken zu bewegen. Finanzminister Bessent spricht Drohungen aus, aber vieles bleibt unklar

 25.08.2026

Brandenburg

Antisemitismusbeauftragter Büttner für schärferes Strafrecht

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat ein strengeres Strafrecht gegen Judenhass gefordert. Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter schließt sich an

 24.08.2026

Dresden

Unbekannter entwendet Kippa

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

 24.08.2026