Düsseldorf

Terror-Sympathisantin an Kunstakademie: Stadt zieht Konsequenzen

Stephan Keller, Oberbürgermeister von Düsseldorf Foto: picture alliance / SZ Photo

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Terror-Sympathisantin an Kunstakademie: Stadt zieht Konsequenzen

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) tritt nicht bei der traditionellen Werkschau auf, nachdem die palästinensische Terrorunterstützerin Basma al-Sharif Teil einer Veranstaltung der Akademie war

 02.02.2026 15:22 Uhr

Die Kunstakademie Düsseldorf verliert nach einer umstrittenen Veranstaltung weiter an Rückhalt. Das berichtet die »Rheinische Post«. Die Entwicklungen wirken sich nun auch auf die traditionelle Werkschau der Studierenden in der kommenden Woche aus. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) wird dort nicht auftreten – und die Stadt schickt bewusst keinen offiziellen Vertreter.

Formal begründet wird Kellers Abwesenheit mit einer parallelen Delegationsreise nach Indien. Doch wie ein Stadtsprecher gegenüber dem Blatt klarstellt, handelt es sich um eine bewusste politische Entscheidung: »Der Termin an der Kunstakademie ist aufgrund der jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Auftritt von Basma al-Sharif ganz bewusst nicht in die Vertretung gegeben worden. Es gibt also keine Teilnahme der Landeshauptstadt Düsseldorf.« Dies sei der Akademie auch entsprechend mitgeteilt worden.

Seit Studenten die palästinensische Terrorunterstützerin Basma al-Sharif zu einer Veranstaltung eingeladen hatten, befindet sich die Kunstakademie in einer schweren Vertrauenskrise. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, Wissenschaftsministerin Ina Brandes sowie Keller hatten die Veranstaltung kritisiert und auf eine Absage gehofft. Die Akademieleitung um Rektorin Donatella Fioretti hielt jedoch unter Verweis auf die Kunstfreiheit daran fest.

Kunst und Diskurs

In der Folge forderte die Jüdische Gemeinde den Rücktritt oder die Abberufung der Rektorin. Auch andere Institutionen reagierten mit deutlicher Distanzierung. So wird das Rektorat der Robert-Schumann-Hochschule in diesem Jahr nicht am traditionellen Rundgang teilnehmen. Rektor Thomas Leander begründet dies laut »Rheinischer Post« damit, dass die öffentliche Debatte über die Causa al-Sharif »bei Teilen unserer Hochschulgemeinschaft sowie bei Partnern Irritationen ausgelöst« habe.

Zwar stehe die Hochschule »uneingeschränkt für die Freiheit der Kunst und des Diskurses«, zugleich trage man jedoch Verantwortung, »sensibel mit historischen und gesellschaftlichen Kontexten umzugehen und uns klar gegen jede Form von Antisemitismus zu positionieren«.

Der Zeitung nach haben zudem mehrere Mitglieder der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Kunstakademie Düsseldorf ihre Unterstützung aufgekündigt. Der Antisemitismus-Beauftragte der Stadt, Wolfgang Rolshoven, bestätigte dies. Die »Rheinische Post« zitierte ihn entsprechend. Der Förderverein selbst erklärte, man nehme »die geäußerten Sorgen aus Öffentlichkeit und Mitgliedschaft sehr ernst« und betonte, Antisemitismus dürfe »gleich in welcher Form keinen Platz haben«.

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»Verantwortungsvolle Debatten«

Nach außen gibt sich die Akademie geschlossen. Der akademische Senat habe die Entscheidung für die Veranstaltung mehrheitlich unterstützt und weise Rücktrittsforderungen entschieden zurück, heißt es in einem veröffentlichten Statement. Auch die Studentenvertretung habe dem Rektorat das Vertrauen ausgesprochen.

Die Hochschule verteidigt die Veranstaltung erneut mit dem Hinweis, man habe als öffentliche Bildungseinrichtung den Auftrag, »die Voraussetzung für offene, verantwortungsvolle Debatten zu schaffen«. Aufgrund »massiver Bedrohungen gegenüber den Veranstaltenden und der Künstlerin« sei die Veranstaltung für die Öffentlichkeit geschlossen worden. Antisemitismus habe an der Kunsthochschule »keinen Platz«.

Die Aufarbeitung ist nicht abgeschlossen. NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) hatte angekündigt, die Rektorin zu einem Gespräch einzubestellen. Dem Zeitungsbericht zufolge hat dieses Treffen bislang noch nicht stattgefunden.

Institution mit Verantwortung

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf erneuerte unterdessen ihre Kritik: »Wenn einer Person ein Podium geboten wird, die terroristische Gewalt relativiert oder legitimiert und zugleich das Existenzrecht Israels infrage stellt, entsteht an dieser Hochschule faktisch Raum für Antisemitismus.« Eine öffentliche Institution, die dafür eine Bühne biete, trage Verantwortung und könne sich dieser »nicht entziehen«.

Bereits vor der Veranstaltung hatten die Jüdische Gemeinde Düsseldorf und das Jüdische Forum der CDU in Nordrhein-Westfalen scharfe Kritik an der Einladung von Basma al-Sharif geübt und politische Konsequenzen gefordert. In einer gemeinsamen Stellungnahme bezeichneten sie den Vorgang als gravierend und erklärten, die Einladung markiere eine Grenze, »nach deren Überschreitung politische Konsequenzen unumgänglich sind«.

Trotz zahlreicher Warnungen und Gesprächsangebote habe die Akademieleitung unter Berufung auf die Kunstfreiheit an der Veranstaltung festgehalten. Dadurch sei ein »gefährlicher Präzedenzfall« geschaffen worden, bei dem unter dem Deckmantel akademischer Freiheit Personen eingeladen würden, »die antisemitische Gewalt glorifizieren und sich offen mit terroristischen Organisationen solidarisieren«. im

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