London

Antisemitischer Angriff: Musikproduzent vor Auto gestoßen

Polizisten im Londoner Stadtteil Finchley, wo es am Sonntagabend zu einem antisemitischen Gewaltakt gekommen ist. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In London ist ein jüdischer Musikproduzent Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag im Stadtteil Finchley, als der Mann in der Nähe der Woodside Park Synagogue unterwegs war. Die britische Publikation »The Jewish Chronicle« berichtete darüber.

Bei dem Betroffenen handelt es sich um Brian Harris. Er erklärte, ein Mann habe ihn zunächst lautstark mit antisemitischen Beschimpfungen attackiert. »Er schrie die abscheulichsten Beleidigungen aus voller Kehle«, sagte Harris. »›Heil Hitler‹, ›Tod allen Juden‹, die widerwärtigsten Dinge.«

Nach Darstellung des Musikproduzenten eskalierte die Situation, als er ankündigte, die Polizei zu verständigen. Daraufhin habe der Mann ihn weiter beschimpft und unter anderem gerufen: »Verpiss dich, du Jude, du solltest tot sein.«

»Rassistisch motiviert«

Während Harris bereits mit der Polizei telefonierte, soll der Angreifer plötzlich auf ihn zugerannt sein. »Plötzlich rannte er auf mich zu und stieß mich vor ein Auto, das mit etwa 25 Meilen (ca. 40 km/h) pro Stunde die Woodside Park Road entlangfuhr«, berichtete Harris laut »The Jewish Chronicle«.

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Der Fahrer habe jedoch schnell reagiert und rechtzeitig gebremst. Andernfalls wäre er frontal erfasst worden, sagte Harris. Dennoch streifte das Fahrzeug ihn, wodurch er starke Prellungen an den Beinen erlitt. Eine Behandlung im Krankenhaus sei jedoch nicht notwendig gewesen.

Die Metropolitan Police bestätigte, dass Ermittlungen wegen eines mutmaßlich rassistisch motivierten Angriffs aufgenommen wurden. Beamte seien am Sonntag gegen 11.30 Uhr alarmiert worden, nachdem gemeldet worden war, dass ein Mann antisemitisch beleidigt und vor ein Auto gestoßen worden sei.

Keine Festnahmen

Der Verdächtige sei vor dem Eintreffen der Polizei geflüchtet. Festnahmen habe es bislang nicht gegeben, teilten die Ermittler mit. Die Polizei beschrieb den mutmaßlichen Täter als weißen Mann mit mittlerer Statur und schwarzen Haaren. Er habe eine dunkle Sonnenbrille, eine dunkle Wollmütze und einen schwarzen Kapuzenpullover getragen.

Harris sagte, der Vorfall habe ihn stark erschüttert. Am nächsten Tag habe er erstmals ein unangenehmes Gefühl gehabt, wenn Menschen hinter ihm gingen. »Großbritannien im Jahr 2026 – und ich wurde vor ein fahrendes Auto gestoßen, weil ich Jude bin«, sagte er.

Die Polizei rief mögliche Zeugen dazu auf, sich zu melden. im

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