Brandenburg

Rechtsextremistische AfD gewinnt erstmals bei Bürgermeisterwahl

René Stadtkewitz im Jahr 2015 Foto: picture alliance / dpa

Erstmals ist ein AfD-Kandidat zum hauptamtlichen Bürgermeister einer Stadt in Brandenburg gewählt worden. Bei einer Neuwahl in Zehdenick nördlich von Berlin setzte sich René Stadtkewitz mit 58,4 Prozent der Stimmen durch.

Stadtkewitz ist damit erster direkt gewählter hauptamtlicher AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Im Land gab es zwar mit Arne Raue schon einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch in Jüterbog – dieser war bei seinen Wahlsiegen in 2011 und 2019 jedoch parteiloser Einzelbewerber und trat erst im Jahr 2024 in die AfD ein. Im Jahr 2025 wechselte er in den Bundestag.

Die Mitbewerber von Stadtkewitz um das Bürgermeisteramt bekamen weit weniger Stimmen: Der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen kam auf 28,6 Prozent, der parteilose Einzelbewerber Wolf-Gernot Richardt auf 7,8 Prozent und Dennis Latzke der Partei des Fortschritts auf 5,2 Prozent.

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Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter in Berlin und brach 2010 mit den Christdemokraten. Er gründete die Partei »Die Freiheit«, deren Bundesvorsitzender er bis 2013 war. 2024 wurde er AfD-Mitglied.

Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, war zuvor mit einer großen Mehrheit abgewählt worden. Der Hintergrund: Der parteilose Einzelkandidat hatte zwar im März vergangenen Jahres die Stichwahl gegen Stadtkewitz gewonnen. Elf Tage nach seiner Amtseinführung im vergangenen Jahr meldete er sich dann aber krank – und das war so geblieben. Die Amtsgeschäfte führt seitdem der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke.

In Brandenburg, aber auch in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde die AfD vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nahm dieselbe Bewertung bundesweit vor. Aufgrund laufender Gerichtsverfahren wurde die Einstufung jedoch vorübergehend ausgesetzt. dpa/ja

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