Erfurt

AfD-Parteitag: Protest, Sperrungen, Störaktionen erwartet

Foto: picture alliance/dpa

Thüringer Sicherheitsbehörden rechnen beim Bundesparteitag der zumindest in Teilen rechtsextremistischen AfD Anfang Juli mit bis zu 50.000 Demonstranten sowie Störaktionen und Blockaden. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) sprach von einer Ausnahmesituation »in einer Dimension, die Erfurt so noch nicht hatte«.

»Wir wollen das öffentliche Leben in unserer Stadt aufrechterhalten«, sagte Horn. Zugleich verwies er darauf, dass es erhebliche Einschränkungen im Verkehr geben werde.

Thüringens Polizeipräsident Thomas Quittenbaum kündigte eine massive Polizeipräsenz über das gesamte Wochenende an. »Wir werden mehrere Tausend Einsatzkräfte mit Unterstützung anderer Bundesländer im Einsatz haben«, sagte er, nannte aber keine genauen Zahlen.

Weidel und Chrupalla wollen weitermachen

Der AfD-Bundesparteitag ist für den 4. und 5. Juli auf dem Gelände der Erfurter Messe geplant. Aktivisten hatten bereits Blockaden angekündigt, um die Anreise zur Messe zu verhindern. 

Lesen Sie auch

Bei dem Parteitag soll auch ein neuer Bundesvorstand gewählt werden. Alice Weidel und Tino Chrupalla wollen die AfD weiterhin als Parteichefs führen. Sie waren 2022 gemeinsam an die Spitze gewählt und 2024 im Amt bestätigt worden. Alle zwei Jahre wird der Vorstand der Partei neu bestimmt.

An dem gewählten Datum des Bundesparteitages hatte sich im Vorfeld Kritik entzündet, weil am 4. Juli vor genau 100 Jahren die NSDAP ihren zweiten Reichsparteitag in Thüringen abhielt und die Hitlerjugend an dem Tag gegründet wurde. Die AfD hatte Parallelen zurückgewiesen.

Die AfD wurde bislang in fünf Bundesländern vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, nämlich in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nahm dieselbe Bewertung bundesweit vor. Aufgrund laufender Gerichtsverfahren wurde die Einstufung jedoch vorübergehend ausgesetzt. dpa/ja

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026