London

Starmer lädt zu Antisemitismus-Gipfel in Downing Street

Primierminister Keir Starmer am Montag beim Europäischen Gipfel in Jerewan Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach der jüngsten Serie antisemitischer Vorfälle in Großbritannien will Premierminister Keir Starmer Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Spitzentreffen in London zusammenbringen. Ziel ist es, Strategien gegen Judenhass zu entwickeln und die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche zu intensivieren. Dies berichten die BBC und andere britische Medien.

Bei dem Treffen in der Downing Street 10 sollen unter anderem Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Bildungswesen, Gesundheitssektor sowie Polizei und Zivilgesellschaft zusammenkommen. Minister verschiedener Ressorts werden jeweils eigene Gesprächsrunden leiten und gemeinsam mit Vertretern jüdischer Gemeinden über konkrete Maßnahmen beraten.

Starmer machte im Vorfeld deutlich, dass symbolische Solidarität nicht ausreiche. »Es genügt nicht, einfach zu sagen, wir stehen an der Seite der jüdischen Gemeinschaften«, erklärte er. Vielmehr brauche es gemeinsame Anstrengungen, um »Antisemitismus aus jedem Winkel der Gesellschaft zu verbannen«.

Mehrere Gewalttaten

Auslöser für die Initiative ist eine Reihe schwerer Vorfälle. Besonders erschütternd war ein Angriff Ende April im Londoner Stadtteil Golders Green, bei dem zwei jüdische Männer von einem Angreifer mit einem Messer verletzt wurden. Die Behörden stufen die Tat als Terrorakt ein.

Starmer will den Angriff als Teil eines größeren Trends einordnen. In vorbereiteten Aussagen heißt es, die Tat sei »Teil eines Musters zunehmenden Antisemitismus, das unsere jüdischen Gemeinschaften verängstigt und wütend zurücklässt und sie fragen lässt, ob dieses Land, ihr Zuhause, für sie sicher ist«.

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Zugleich betonte er: »Diese abscheulichen Angriffe richten sich gegen britische Juden. Aber täuschen wir uns nicht – diese Krise ist eine Krise für uns alle.«

Sicherheitslage angespannt

Die britischen Behörden haben zuletzt auf die angespannte Lage reagiert. Ende April wurde die Terrorwarnstufe auf »hoch« angehoben – erstmals seit mehreren Jahren. Hintergrund sind neben dem Messerangriff auch Brandanschläge auf Einrichtungen mit Bezug zu jüdischen Gemeinden.

Die Polizei in London spricht von einer ganzen Serie von Ermittlungen. Eine leitende Beamtin erklärte, man arbeite an mehreren Fällen im Nordwesten der Hauptstadt. Insgesamt seien bereits 30 Personen festgenommen worden, neun davon wurden angeklagt.

Die Regierung hatte bereits zuvor zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt, um jüdische Einrichtungen besser zu schützen. Rund 25 Millionen Pfund sollen unter anderem in verstärkte Polizeipräsenz sowie Sicherheitsmaßnahmen an Synagogen, Schulen und Gemeindezentren fließen.

Neben dem Gipfel ist auch eine Sitzung eines Regierungsausschusses geplant, der sich mit den innenpolitischen Folgen der Konflikte im Nahen Osten befassen soll – insbesondere mit Blick auf die Sicherheit jüdischer Bürger im Vereinigten Königreich. im

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