Eine Serie antisemitischer Schmiereien hat in New York für Entsetzen gesorgt. In mehreren Teilen des Stadtteils Queens wurden Hakenkreuze und Hitler-Parolen auf Gebäude gesprüht – darunter auch religiöse Einrichtungen und private Wohnhäuser.
Besonders betroffen ist die Gemeinde Machane Chodosh in Forest Hills. Die Gemeinde wurde einst von jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland gegründet, die vor dem Nationalsozialismus in die USA geflohen waren. Rabbiner Yossi Mendelson zeigte sich erschüttert über die Tat. »Das ist sehr verstörend«, sagte er laut »New York Post« und erinnerte an die Ursprünge der Gemeinde.
»Der Rabbiner, der unsere Synagoge gegründet hat, war selbst ein deutscher Flüchtling und widmete sie dem Gedenken an die Synagogen, die in Deutschland zerstört wurden, und an die Juden, die ermordet wurden, weil sie Juden waren«, sagte Mendelson demnach.
Weitere Ziele in Queens
Die Schmierereien trafen auch eine Gedenktafel an der Fassade – ein Detail, das den Vorfall für viele besonders schwer wiegen lässt.
Neben der Synagoge wurde das Rego Park Jewish Center beschmiert. Dort fanden sich neben Hakenkreuzen auch Schriftzüge mit Bezug zu Hitler. Zudem wurden mindestens zwei Wohnhäuser sowie ein Fahrzeug Ziel der Täter.
Rabbi Romiel Daniel äußerte sich der Zeitung zufolge besorgt über die Auswirkungen auf die Gemeinde: »Wir sind natürlich beunruhigt. Es ist eine jüdische Einrichtung, und angesichts dessen, was landesweit und besonders in New York passiert, müssen wir noch vorsichtiger sein.«
Gezielte Einschüchterung
Nach Angaben der Behörden könnten mindestens vier Personen an den Taten beteiligt gewesen sein. Die Polizei ermittelt, eine Spezialeinheit für Hassverbrechen ist eingeschaltet.
Die Sprecherin des Stadtrats, Julie Menin, schilderte die Wirkung der Taten eindringlich: »Als Rabbiner und Gemeindemitglieder heute Morgen zum Gebet kamen, erwarteten sie ihre übliche, liebevolle Gemeinschaft. Stattdessen wurden sie mit erschreckenden Zeichen von Hass und Gewaltandrohungen konfrontiert«, sagte sie laut Bericht.
Auch andere Politiker verurteilten die Vorfälle scharf. Bürgermeister Zohran Mamdani erklärte: »Das ist nicht nur Vandalismus – es ist ein gezielter antisemitischer Akt, der Angst verbreiten soll.« Gouverneurin Kathy Hochul kündigte Unterstützung durch die Staatspolizei an.
Videoaufnahmen übergeben
Vertreter jüdischer Organisationen sehen in den Angriffen ein weiteres Zeichen für die zunehmende Bedrohung. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang. Die Polizei prüft, ob die einzelnen Vorfälle miteinander in Verbindung stehen. Videoaufnahmen aus der betroffenen Synagoge wurden bereits an die Behörden übergeben.
Rabbi Mendelson zeigte sich dennoch offen für einen Dialog mit möglichen Tätern. Ziel müsse es sein, »ihnen zu erklären, wogegen sie sich stellen – und sie hoffentlich auf einen besseren Weg zu bringen«. im