Washington

Waffenruhe zwischen Iran und USA wackelt

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Anadolu

Die ohnehin fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht zunehmend auf der Kippe. Nach neuen militärischen Zwischenfällen in der Straße von Hormus wollte sich US-Präsident Donald Trump nicht festlegen, ob die Vereinbarung noch Bestand hat. Gleichzeitig verschärft sich die Lage durch Drohungen, Angriffe und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen.

In den vergangenen Stunden lieferten sich US- und iranische Kräfte erneut militärische Auseinandersetzungen in der strategisch wichtigen Meerenge. Das US-Militär erklärte, mehrere kleine iranische Boote zerstört zu haben. Das iranische Regime widersprach dieser Darstellung. Zuvor seien Raketen, Drohnen und Schnellboote gegen US-Kriegsschiffe sowie gegen zivile Schiffe eingesetzt worden, die unter amerikanischem Schutz unterwegs gewesen seien, hieß es in Teheran.

Trump erklärte, es habe »keinen Schaden« gegeben – mit Ausnahme eines südkoreanischen Schiffes. Zugleich drohte er Iran offen: Sollten amerikanische Schiffe angegriffen werden, würden die iranischen Kräfte »von der Erdoberfläche weggeblasen«.

Auch außerhalb der direkten Konfrontation verschärft sich die Lage. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, ihre Luftabwehr habe 19 iranische Raketen und Drohnen abgefangen. Dennoch kam es zu einem Drohnenangriff auf eine Ölanlage in Fudschaira, bei dem ein Großbrand entstand. Drei indische Staatsbürger wurden dabei verletzt.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte unterdessen vor einer weiteren Eskalation. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass es »keine militärische Lösung für eine politische Krise« gebe. Er sprach von Fortschritten bei diplomatischen Bemühungen, unter anderem mit Unterstützung Pakistans.

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Für zusätzliche Unruhe sorgt ein neues US-Vorhaben mit dem Namen »Project Freedom«. Ziel ist es, Handelsschiffe sicher durch die Straße von Hormus zu leiten. Doch Details bleiben unklar, und die Reaktionen aus der Schifffahrtsbranche sind skeptisch. Mehrere Reedereien zögern, ihre Schiffe durch das Gebiet zu schicken.

Ein Branchenvertreter erklärte, die Passage bleibe »extrem gefährlich«, solange keine klare und verlässliche Regelung zwischen den Konfliktparteien existiere. Zudem sei unklar, wie eine Koordination mit dem Iran überhaupt aussehen solle.

Die Unsicherheit wirkt sich bereits auf die globalen Märkte aus. Die Ölpreise ziehen an, während Aktienkurse nachgeben. Experten warnen, dass bei einer anhaltenden Blockade der Meerenge die Benzinpreise erneut erheblich steigen könnten.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Energierouten der Welt. Jede Störung des Schiffsverkehrs hat unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Handel – und damit auch auf Verbraucherpreise weltweit.

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch Trumps geplante Reise nach China. Beobachter gehen davon aus, dass ein ungelöster Konflikt mit dem Iran seine Position bei Gesprächen mit Präsident Xi Jinping schwächen könnte. Gleichzeitig wächst der Druck auf Peking, seinen Einfluss auf Teheran geltend zu machen und zur Deeskalation beizutragen.

Ob die Waffenruhe hält, könnte sich bereits in den kommenden Stunden und Tagen entscheiden – abhängig davon, ob es gelingt, die Lage in der Straße von Hormus zu stabilisieren. im

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