Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Zentrifugen zur Uran-Anreicherung in der iranischen Atomanlage in Natanz Foto: imago images/ZUMA Wire

Trotz monatelanger Kämpfe und gezielter Angriffe hat sich der Zeitrahmen für eine mögliche iranische Atombombe nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste offenbar nicht wesentlich verändert. Dies geht aus amerikanischen Medienberichten hervor.

Demnach bleibt Teheran weiterhin etwa ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können – eine Bewertung, die bereits nach früheren Militärschlägen im Sommer 2025 galt.

Die aktuellen Einschätzungen deuten darauf hin, dass auch die jüngsten Angriffe auf das iranische Regime den Fortschritt Teherans nicht entscheidend zurückgeworfen haben. Zwar attackierte Israel wiederholt Einrichtungen mit Bezug zum Atomprogramm an, während die USA vor allem konventionelle Ziele ins Visier nahmen – darunter militärische Infrastruktur sowie Teile der Rüstungsindustrie.

Ein zentraler Faktor bleibt jedoch nach Einschätzung von Experten der Bestand an hochangereichertem Uran. Ohne dessen Beseitigung oder Sicherstellung dürfte es schwierig sein, das Programm nachhaltig zu stoppen.

Besonders im Fokus steht eine Menge von rund 440 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent. Die Internationale Atomenergiebehörde konnte zuletzt nicht mehr überprüfen, wo sich dieses Material befindet, nachdem Inspektionen ausgesetzt wurden. Ein Teil soll sich in unterirdischen Anlagen nahe Isfahan befinden.

Nach Einschätzung der Behörde könnte das vorhandene Material – bei weiterer Anreicherung – theoretisch für mehrere Kernwaffen ausreichen.

Vor den militärischen Schlägen im vergangenen Jahr gingen US-Dienste davon aus, dass der Iran innerhalb weniger Monate genügend waffenfähiges Material produzieren könnte. Erst die Angriffe auf Anlagen in Natanz, Fordo und Isfahan hätten den Zeitrahmen auf etwa neun bis zwölf Monate verlängert.

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Dass sich diese Einschätzung seither kaum verändert hat, führen Beobachter auch darauf zurück, dass die jüngsten Operationen weniger stark auf nukleare Ziele ausgerichtet waren.

Aus Washington kommen weiterhin klare Signale. Vizepräsident JD Vance erklärte bereits im März: »Iran darf niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Das ist das Ziel dieser Operation.« Auch das Weiße Haus betont, Präsident Donald Trump habe wiederholt klargemacht, dass er in dieser Frage keine Kompromisse eingehen werde.

Eine Sprecherin verwies zudem auf frühere und aktuelle Militäroperationen und sagte: »Präsident Trump hat seit Langem deutlich gemacht, dass der Iran niemals eine Atomwaffe haben darf – und er blufft nicht.«

Innerhalb der US-Regierung werden offenbar auch riskante Maßnahmen diskutiert, um das Programm weiter zu verzögern. Dazu zählen mögliche Kommandoeinsätze, um nukleares Material aus unterirdischen Anlagen zu sichern.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass viele dieser Einrichtungen tief unter der Erde liegen und militärisch schwer erreichbar sind. Ein ehemaliger Geheimdienstanalyst sagte amerikanischen Zeitungsberichten zufolge: »Der Iran verfügt, soweit wir wissen, weiterhin über sein gesamtes Nuklearmaterial. Es befindet sich wahrscheinlich in tief verborgenen Anlagen, die mit herkömmlichen Waffen kaum zu zerstören sind.«

Wie stark das Programm tatsächlich beeinträchtigt wurde, bleibt schwer einzuschätzen. Das Teheraner Regime selbst weist weiterhin alle Vorwürfe zurück und betont, kein Atomwaffenprogramm zu verfolgen. im

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