Mehrere Staaten am Persischen Golf haben neue Drohnenangriffe gemeldet, während die Spannungen mit dem Iran trotz der fragilen Waffenruhe weiter zunehmen. Die Vereinigten Arabischen Emirate machten Teheran direkt verantwortlich, während Katar und Kuwait die Herkunft der Angriffe zunächst offenließen.
Das Verteidigungsministerium der Emirate erklärte, am Sonntag seien zwei Drohnen aus dem Iran auf das Land abgefeuert worden. Beide seien abgefangen worden. Teheran bestritt erneut Angriffe gegen die Emirate, warnte jedoch zugleich vor einer »vernichtenden Antwort«, falls von dort Aktionen gegen den Iran ausgehen sollten.
Die Sicherheitslage hatte in den Emiraten zuletzt bereits Auswirkungen auf den Alltag. Schulen waren vorübergehend auf Fernunterricht umgestellt worden. Nach Angaben der Behörden soll der Präsenzunterricht heute wieder aufgenommen werden.
Frachtschiff getroffen
Parallel dazu verschärfte der Iran seine Rhetorik gegenüber den USA. Der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, erklärte: »Unsere Zurückhaltung ist seit heute vorbei.« Weiter sagte er: »Jeder Angriff auf unsere Schiffe wird eine starke und entschlossene iranische Antwort gegen amerikanische Schiffe und Stützpunkte auslösen.«
Auch Kuwait meldete Drohnenaktivitäten im eigenen Luftraum. Die Armee erklärte, mehrere »feindliche Drohnen« seien entdeckt und entsprechend den geltenden Verfahren abgewehrt worden. Angaben zur Herkunft wurden nicht gemacht. Bereits im April hatte Kuwait iranische Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur gemeldet.
In Katar wurde unterdessen ein Frachtschiff in den Gewässern nordöstlich des Hafens Mesaieed von einer Drohne getroffen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums brach ein begrenzter Brand aus, der gelöscht werden konnte. Verletzte habe es nicht gegeben, das Schiff habe seine Fahrt fortgesetzt.
Unbekanntes Objekt
Zuvor hatte die britische Organisation UK Maritime Trade Operations berichtet, ein Massengutfrachter sei nordöstlich von Doha von einem unbekannten Objekt getroffen worden. Die Ermittlungen zur Herkunft liefen noch. Die iranische Nachrichtenagentur Fars erklärte hingegen, das betroffene Schiff fahre unter US-Flagge und gehöre den Vereinigten Staaten.
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani warnte den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi laut Außenministerium in einem Telefonat davor, die Straße von Hormus als Druckmittel einzusetzen. Er betonte: »Die Freiheit der Schifffahrt ist ein fest verankerter Grundsatz, über den nicht verhandelt wird.« Eine Schließung der Meerenge würde die Krise im Nahen Osten weiter verschärfen.
Auch Südkorea meldete einen Zwischenfall in der Straße von Hormus. Nach Angaben des Außenministeriums wurde das südkoreanische Frachtschiff »HMM Namu« vergangene Woche von zwei »nicht identifizierten Flugobjekten« getroffen. Dabei entstand ein Feuer im Maschinenraum.
Ministeriumssprecher Park Il erklärte, die Objekte seien auf Überwachungsvideos zu sehen, könnten bislang aber nicht eindeutig identifiziert werden. Der Schaden am Schiff erstrecke sich über mehrere Meter. Iran bestritt jede Verantwortung. Die iranische Botschaft in Seoul erklärte, man weise sämtliche Vorwürfe »entschieden und kategorisch« zurück. im