Wien

Eurovision-Fans werfen EBU unfairen Umgang mit Israel vor

Der israelische Kandidat Noam Bettan mit seinem Team und Bewachern in Wien Foto: picture alliance / APA-Images / Starpix

Nach einer Verwarnung gegen einen israelischen Eurovision-Beitrag wächst unter Fans des Wettbewerbs der Protest gegen die Europäische Rundfunkunion (EBU). Hintergrund ist eine Werbekampagne der israelischen Rundfunkanstalt KAN für Sänger Noam Bettan, die von der EBU beanstandet wurde. »The Jerusalem Post« berichtete.

Der Eurovision-Direktor Martin Green bestätigte am Samstag, dass KAN offiziell verwarnt worden sei. Auslöser waren Werbevideos in mehreren Sprachen, in denen Bettan Zuschauer dazu aufrief, ihre zehn Stimmen Israel zu geben. Zudem seien konkrete Hinweise zum Abstimmungsverfahren eingeblendet worden.

Green erklärte: »Am Freitag, dem 8. Mai, wurde uns bekannt, dass Videos mit der Einblendung ›Stimmt zehnmal für Israel‹ veröffentlicht worden waren.« Weiter sagte er, die israelische Delegation sei aufgefordert worden, die Verbreitung der Videos einzustellen und die Inhalte zu entfernen. Dies sei umgehend geschehen.

»Geist des Wettbewerbs«

Nach Angaben der EBU verstößt der direkte Aufruf, alle zehn Stimmen für einen einzigen Beitrag einzusetzen, gegen die Regeln und den »Geist des Wettbewerbs«. Gleichzeitig betonte Green, die Kampagne habe nicht gegen die neuen Vorschriften zu groß angelegten oder extern finanzierten Einflusskampagnen verstoßen.

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In Reaktion auf die Verwarnung verbreiteten Eurovision-Anhänger in mehreren Ländern einen Protestbrief, der an Green geschickt werden soll. Darin werfen die Verfasser der EBU vor, Israel gezielt unter Druck zu setzen.

In dem Schreiben heißt es: »Diese drastische Maßnahme ist völlig unverhältnismäßig, vollkommen ungerechtfertigt und wirkt wie gezielte Schikane gegen das israelische Team, um äußerem politischen Druck nachzugeben.«

Zweierlei Maß

Zudem argumentieren die Autoren des Briefes, die EBU selbst erlaube offiziell bis zu zehn Stimmen pro Nutzer. Deshalb sei es widersprüchlich, Israel dafür zu kritisieren, Fans auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Wörtlich heißt es: »Es gibt keine Regel, die einem Künstler verbietet, seine Fangemeinde zur maximalen Unterstützung aufzurufen.«

In dem Protestschreiben wird der EBU außerdem vorgeworfen, mit zweierlei Maß zu messen. Als Beispiele werden Werbekampagnen anderer Teilnehmerländer wie Malta und Polen genannt, gegen die nach Angaben der Verfasser keine Maßnahmen ergriffen worden seien.

Schon Monate vor dem diesjährigen Eurovision Song Contest war es zu Spannungen in Zusammenhang mit dem Gesangswettbewerb gekommen. Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien boykottieren den morgen beginnenden ESC wegen der Teilnahme Israels. im

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