Die Zahl der gegen deutsche Gedenkstätten gerichteten Straftaten hat im vergangenen Jahr zugenommen. Insgesamt wurden 425 Delikte registriert, 2024 waren es 385, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervorgeht, die am Montag vom Bundestag veröffentlicht wurde. Den größten Anteil an der Gesamtzahl haben Sachbeschädigungen: 224 wurden 2025 gezählt, im Jahr davor waren es 195.
Auch die Zahl von Volksverhetzungen und Propagandadelikten in Gedenkstätten hat der Statistik zufolge im vergangenen Jahr zugenommen. Zu weiteren Straftaten zählen Hausfriedensbruch, Diebstahl, Störung der Totenruhe sowie Nötigung und Bedrohung.
Keine Antwort auf Fragen zu Angriffen auf Kulturszene
Die meisten Straftaten wurden in den einwohnerstarken Bundesländern Nordrhein-Westfalen (69) und Bayern (49) gemeldet. Verhältnismäßig viele Straftaten meldeten zudem Berlin (39), Brandenburg (38) und Thüringen (33), wo sich bundesweit bedeutsame Gedenkstätten befinden, die über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten informieren.
Der Linken-Abgeordnete David Schliesing sagte, die Zahl der Angriffe auf Orte des Erinnerns habe einen neuen Höhepunkt erreicht. Das sei »extrem besorgniserregend«. Schliesing, der Obmann im Kulturausschuss ist, wollte über die Anfrage auch erfahren, wie viele solcher Straftaten es gegen die Kunst- und Kulturszene gibt, hatte darauf aber keine Antwort erhalten. »Sollten diese nicht gesondert erfasst werden, müsste diese Leerstelle schnellstmöglich behoben werden«, forderte er. epd