Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Sabine Brandes Foto: privat

Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Unsere Autorin wünscht sich, dass das brutale Regime in Teheran fällt. Ein offener Brief an die mutigen Menschen im Iran

von Sabine Brandes  21.01.2026 16:33 Uhr

In Tel Aviv geht langsam die Sonne unter, und ich denke an euch in Teheran. An euch alle im ganzen Land. Und ich frage mich, wie es wäre, wenn wir uns nicht nur über Bildschirme sehen, nicht nur Nachrichten übereinander lesen, sondern uns im wahren Leben begegnen könnten.

Wenn ich von den Protesten erfahre, Bilder der mutigen Menschen vor Augen habe, die trotz aller Gefahr auf die Straße gehen, um Freiheit einzufordern, fühle ich tief mit euch. Ich schaue Videos von tanzenden Frauen, die ihre Kopftücher ablegen und dafür verfolgt, verhaftet und manchmal ermordet werden. Mein Herz blutet, ich sehe die Verwundeten, die Leichensäcke.

Wir Israelis sehen euch Iraner nicht als Feinde, sondern als Menschen, die hoffen, träumen und einfach nur leben wollen.

Ich denke an meine eigenen Kinder, die ihre Haare nie verstecken, laut Musik hören und tanzen, so viel sie wollen und wo sie wollen. Die auf die Straßen gehen können, um lautstark gegen alles zu demons­trieren, was ihnen missfällt. Und mir wird bewusst, wie selbstverständlich uns die Freiheit oft vorkommt und wie kostbar sie doch ist.

Wir Israelis sehen euch Iraner nicht als Feinde, sondern als Menschen, die hoffen, träumen und einfach nur leben wollen. So wie wir. Unsere Solidarität mit euch ist echt, denn das mörderische Regime im Iran bedroht nicht nur euer Leben, sondern auch die Existenz Israels und die Stabilität der ganzen Welt. Gnadenlos exportiert es Gewalt und unterdrückt jeden, der sich widersetzt.

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Ich wünsche euch so sehr, dass ihr es schafft, euch zu befreien. Und auch, dass ihr in Wohlstand lebt und euer Geld nicht weiter für Hass, Kriege und das bösartige imperialistische Streben der Mullahs verpulvert wird. Für uns wäre jeder Dollar, der euch zugutekommt, einer weniger in den Händen der Terrororganisationen, die an unseren Grenzen lauern.

Ohne Zweifel wäre eine Zukunft, in der Israel und der Iran wie Nachbarn leben, die sich respektieren, voneinander lernen und ohne Misstrauen aufeinander achten, das Beste, was uns passieren könnte. Frieden – ein schöner Gedanke. Hoffentlich nicht zu schön, um wahr zu sein.

Die Autorin ist Israel-Korrespondentin der Jüdischen Allgemeinen.

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