Berlinale

Tom Shoval unterstützt Tricia Tuttle

Regisseur Tom Shoval im Gespräch Foto: Gregor Matthias Zielke

Der israelische Regisseur Tom Shoval hat sich an die Seite von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle gestellt. In einem Instagram-Post vom Mittwochabend schrieb der Filmemacher Tuttle sei ein Vorbild für kulturelle Führung. Sie sei eine Visionärin mit einer kosmopolitischen, progressiven und künstlerischen Sichtweise. »Vor allem aber ist sie eine Person von beispielloser Integrität. Tricia ist eine unersetzbare Stütze der Berlinale und ich stehe fest hinter ihr«, meint Shoval.

Vor einem Jahr, als David Cunio und sein Bruder Ariel noch Geiseln waren, habe sich Tuttle entschieden, seinen Film A Letter to David auf der Berlinale zu zeigen, heißt es in dem Post, in dem mehrer Bilder von der Berlinale 2025 zu sehen sind. 

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»Tricia Tuttle hat über die Politik hinausgesehen. Sie sah das menschliche Leid einer Familie und hat die Dringlichkeit verstanden, ihr eine Stimme zu geben«, schreibt Shoval. Tuttle habe erkannt, dass ein unschuldiger Mensch, der einst in einem Film mitwirkte, der auf der Berlinale Premiere hatte, nun als Geisel gehalten wurden, und sie erkannte, dass die Filmwelt eine moralische Verantwortung hatte, ihre Freilassung zu fordern.

Nach David Cunios Freilassung war es Tuttle, die den Film mit seinem neuen Ende wieder zum Festival einlud. »Sie hat sich unter Tränen mit der Familie getroffen. Wir fühlten uns wie eine Familie.«

Wolfram Weimar: »Die Berlinale ist kein Ort für Hetze, Drohungen und Antisemitismus.«

Der Post Shovals kommt als Reaktion auf Berichte, wonach Kulturstaatsminister Wolfram Weimar, offenbar plane, Tricia Tuttle als Chefin der Berlinale abzuberufen. Wie »Bild« berichtet, ist für den heutigen Donnerstag auf Weimars Initiative eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) geplant, die als Trägergesellschaft der Berlinale fungiert. Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Im Vorfeld der Sitzung erklärte er: »Die Berlinale ist kein Ort für Hetze, Drohungen und Antisemitismus. Israel-Hass darf sich dort nicht austoben, schon gar nicht mit Steuergeldern finanziert.«

Wie die »Bild« am Mittwoch berichtete, seien sich Weimar und Tuttle einig, dass es es eine neue Berlinale-Führung geben müsse.

Tuttle hatte die Leitung des international angesehenen Filmfestivals im April 2024 übernommen. Die Berlinale war damals in die Kritik geraten, weil bei Preisverleihungen Israel einseitig kritisiert und immer wieder auch mit antisemitischen Vorwürfen belegt worden war. 

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