Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

Bob Gale, der jüdische Co-Autor von »Back to the Future«, zu Gast auf dem blauen Teppich bei der Hamburger Musicalpremiere Foto: picture alliance / ABBfoto

Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

In den 1980er-Jahren war der Film ein Riesenerfolg. Als Musical feierte die Komödie am Wochenende in Hamburg Premiere. Bob Gale, der jüdische Co-Autor der Filmtriologie, schrieb das Musical

 23.03.2026 13:23 Uhr

Ein Filmklassiker als Musical: Die kultige Zeitreise von Marty McFly im DeLorean hat in Hamburg umjubelte Deutschland-Premiere gefeiert. Im Stage Operettenhaus an der Reeperbahn ging es am Abend »Zurück in die Zukunft«. Die begeisterten Zuschauer feierten überzeugende Darsteller, spektakuläre Effekte, witzige Dialoge und viele unvergessene Details aus der 80er-Jahre-Science-Fiction-Komödie.

Das Musical wurde unter anderem bereits am New Yorker Broadway, am Londoner Westend und in Manchester mit Erfolg aufgeführt. Zahlreiche Prominente waren unter den Premierengästen, etwa Schauspielerin Florence Kasumba, Moderator Peter Urban oder die Musiker Smudo und Thomas D.

In einer ersten Szene erzählt der exzentrische Wissenschaftler Doc Brown (im Film gespielt von Christopher Lloyd) Marty (im Film gespielt von Michael J. Fox) von seiner neuesten Erfindung, einer Zeitmaschine in einem DeLorean.

Neue Ideen

Das coole Auto ist der Star im Musical, ein fast originaler Nachbau des DeLorean aus »Zurück in die Zukunft«. Die Kosten liegen laut Stage Entertainment bei 450.000 Euro. Der Wagen blinkt, raucht, kann sich um 360 Grad drehen und scheint über die Bühne zu rasen. Oft gab es Szenenapplaus für die Zeitmaschine, die den Fans der Film-Trilogie Legendäres wie den »Fluxkompensator« bietet.

Das Musical orientiert sich stark an dem Film, bietet aber auch neue, witzige Ideen. Erzählt wird die Geschichte des Teenagers Marty McFly (Raphael Groß). Sein bester Freund Doc Brown (Jan Kersjes) schickt ihn versehentlich auf Zeitreise, Marty findet sich auf einmal im Jahr 1955 wieder. Um die Gegenwart in Ordnung zu bringen, muss er dafür sorgen, dass sich seine jugendlichen Eltern ineinander verlieben, um seine eigene Existenz zu sichern. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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Darsteller Raphael Groß konnte sein Glück zunächst nicht fassen, als er von dem Rollenangebot hörte, wie er kürzlich berichtete. Sein Rezept: »Ich versuche nicht, Michael J. Fox zu imitieren, aber zu zitieren.«

Jüdische Namen

Das Musical stammt aus der Feder von Bob Gale, dem jüdischen Co-Autor der legendären Film-Trilogie. Nach den Premieren in England und den USA vor einigen Jahren war er jetzt auch in Hamburg zugegen. Für ihn ist das Musical die Mutter aller Genres. Bei der Londoner Erstaufführung im Jahr 2023 sagte er: »Wir wollten die Geschichte mit den Mitteln des Musicals erzählen, und ich denke, jeder wird zustimmen, dass das Ergebnis die Erwartungen übertrifft. Live-Theater ist einfach unvergleichlich.«

Regisseur ist John Rando. Für die Bühnenfassung haben Alan Silvestri und Glen Ballard neue Songs komponiert, die die bekannten Hits des Films wie »The Power of Love« (Huey Lewis & The News), »Earth Angel« (Marvin Berry & The Starlighters) und »Johnny B. Goode« (Chuck Berry) ergänzen.

Beim großen Finale machen sich die beiden Hauptdarsteller im Auto auf in ein neues Abenteuer in der Zukunft. Es fällt der berühmte Satz von Doc Brown: »Straßen? Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen.« Moderne Technik macht es möglich: Der DeLorean saust los und scheint über den Köpfen der Zuschauer zu fliegen.

An der Film-Triologie mit dem Original-Titel Back to the Future waren neben Gale weitere Juden beteiligt – und zwar als Produzenten: Neil Canton und der vor allem als Meisterregisseur bekannte Steven Spielberg. dpa/ja

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